Auf Liebesreise mit den „Kernölamazonen“. Kabarett-Duo aus Österreich präsentiert in Humor verpackte Musik und witzige Absurditäten

Kaisheim Steirisches Kernöl. Mmmh! Vielleicht war es die Assoziation mit diesem leckeren Erzeugnis aus Kürbiskernen. Vielleicht lag es an dem Vertrauen, das man dem Urteil von Gastgeber Jürgen Panitz entgegenbringt … Jedenfalls hatten die „Kernölamazonen“ aus Österreich trotz eisiger Kälte viele, viele Besucher zu ihrem nordschwäbischen Debütauftritt ins Kaisheimer Thaddäus gelockt.
Als „praxisorientierte Wissenschaftler der Liebe“ bestiegen Gudrun Nikodem-Eichenhardt und Caroline Athanasiadis gemäß ihrer jeweiligen Herkunft als Repräsentantinnen des steirischen Kernöls und der griechischen Amazonen die Bretter der Kleinkunstbühne und damit das Flugzeug zu den „Liederliebesreisen“. Bela Fischer, auch als Obersklave bezeichnet, durfte sie dabei am Klavier begleiten, wo er jedoch mittels eindeutiger Harmonik immer die Reise nach Asien vorschlug, sich damit aber niemals durchsetzen konnte.
Am roten Faden entlang gereist
Nach einigen Drinks im Flugzeug landeten die Damen ziemlich ausgelassen zunächst mal in Frankreich. Darauf in Italien, Afrika, Ungarn und an vielen anderen Orten der Welt. An diesem roten Faden entlang entspann sich ein rasantes Unterhaltungsprogramm mit haarsträubenden Überleitungen, die aber immer irgendwie auf dem Punkt landeten, viel Gesang, Tanz und witzigen Absurditäten aller Art.
Das Thema Liebe wurde dabei aus unterschiedlichsten Perspektiven, immer erfrischend „frauenproblemfrei“, heiter und unbeschwert behandelt. In Paris mit Luc, wo „Französisch eigentlich nicht das Problem ist, aber die Sprache“, fügte sich hervorragend „La vie en rose“ ein, durch „Azzuro“ fühlte sich jeder nach Italien versetzt. In Afrika – Tarzan war nicht weit – wurde das Publikum aktiviert, um als Affen und Löwen zu fungieren und durfte bei „The Lion Sleeps Tonight“ mitsingen. Gelegenheit für ein Feuerwerk an Broadway-Hits gab der Aufenthalt in New York.
Mit Bravour und jeder Menge Energie brachten die beiden ausgebildeten Musical-Darstellerinnen ein Potpourri von „All That Jazz“ über „Cabaret“ bis hin zum „Little Shop Of Horrors“ auf die Bühne, dem das Publikum mit Applaus entgegnete. Nicht ungehört aber dennoch unerhört lustig: „Sexbomb“ mit österreichischem Akzent.
Die Kehrseite der langjährigen Liebesbeziehung: „Keine Sterne in Athen – stattdessen Schnaps in St. Kathrein“.
Die Kernölamazonen als frustriertes Paar. Denn nicht nur stimmlich, auch mimisch und tänzerisch verkörperten sie ihre Figuren urkomisch, lebensecht. „Die Liebe ist unendlich – dieser Abend ist es nicht“, verkündeten die Amazonen.
Vielseitige Begleiter an den Instrumenten
Ein ob der Erkenntnis, wieder einmal etwas richtig gutes Neues gesehen zu haben, beglücktes Publikum forderte mehrere Zugaben vehement. Bela Fischer, der gehorsame und äußerst vielseitige Instrumentalbegleiter versuchte noch einmal vergeblich die Asienreise, schloss sich dann aber willig singend dem „Befruchtungsjodler“ an, haute noch eine Samba in die Tasten – „Tanze Samba mit mir“ – singendes, sitztanzendes Publikum.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: