Donnerstag, 19. Oktober 2017

04. Dezember 2013 07:30 Uhr

Klosterzimmern

Zwölf Stämme: Wieder laufen Kinder weg - Polizei sucht nach Buben

Die Probleme bei der Inobhutnahme der Kinder der "Zwölf Stämme" reißen nicht ab. Nun wird ein Junge gesucht. Der leibliche Vater sagt nicht, wo er ist. Aber er beteuert etwas.

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Die Schwierigkeiten bei der Inobhutnahme der Kinder aus der Glaubensgemeinschaft Zwölf Stämme reißen nicht ab: Zwei Buben (15 und 13 Jahre alt) aus Familien der Sekte sind am Montag bei ihren Eltern in Klosterzimmern aufgetaucht. Wie Nördlingens Polizeichef Walter Beck bestätigte, waren die beiden aus einem Heim weggelaufen.

Zwölf Stämme: Eltern das Sorgerecht entzogen

Bekanntlich haben die Behörden Eltern der Sekte vorläufig das Sorgerecht entzogen, weil diese ihren Nachwuchs offensichtlich systematisch körperlich züchtigten. Seit der Aktion vor etwa drei Monaten sind die Kinder bei Pflegefamilien und in Heimen untergebracht. Nachdem bekannt geworden war, dass die beiden zunächst als vermisst gemeldeten Buben in Klosterzimmern waren, hatte sich das Jugendamt eingeschaltet und Gespräche mit Eltern und Kindern geführt.

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Wie Walter Beck sagte, sei im Fall des 15-Jährigen nach Rücksprache mit dem Familiengericht entschieden worden, dass er vorläufig bei seinen Eltern bleiben könne. Der 13-Jährige sollte in das Heim zurückgebracht werden. Doch bisher fehlt von dem Kind jede Spur. Sechs Polizisten und drei Mitarbeiter des Jugendamtes haben auf dem Gelände der Sekte in Klosterzimmern erfolglos nach ihm gesucht. Nachdem das Familiengericht die Fahndung angeordnet hat, wird die Suche laut Beck verstärkt.

Der Vater des Buben habe erklärt, seinem Kind gehe es gut, er werde aber nicht sagen, wo es sich aufhalte. Der 13-Jährige solle selbst entscheiden, wo er leben wolle. Gestern Abend teilte das Landratsamt Donau-Ries mit, dass bei zwei weiteren Jugendlichen das Aufenthaltsbestimmungsrecht an die Eltern zurückgegangen ist. Sie befinden sich inzwischen wieder bei ihren Eltern.

Beschwerden zurückgewiesen

Beschwerden von Eltern der umstrittenen Sekte Zwölf Stämme gegen den vorläufigen Entzug des Sorgerechts hat das Nürnberger Oberlandesgericht (OLG) unterdessen weitgehend zurückgewiesen.

Nur die zwei jüngsten der neun betroffenen Kinder, die erst wenige Monate alt sind, kehren in die Obhut ihrer Eltern zurück, teilte das Gericht mit. Die OLG-Richter bestätigten damit weitgehend eine Entscheidung des Amtsgerichtes Ansbach.

Nach Anhörung der Kinder, ihrer Eltern und der Vertreter des Jugendamts sei der zuständige Familiensenat des OLG davon überzeugt, dass für die sieben älteren Kinder weiterhin die Gefahr einer körperlichen Züchtigung bestehe. Die Kinder sollen zunächst bei den Pflegeeltern bleiben, dürfen aber regelmäßigen Kontakt zu ihren leiblichen Eltern haben. Weitere Verfahren um den Sorgerechtsentzug werden beim Amtsgericht Nördlingen geführt. Dort wurde bisher erst für einzelne Fälle der vorläufige teilweise Entzug des elterlichen Sorgerechts für die Kinder bestätigt.

Bis zu einer endgültigen Entscheidung im sogenannten Hauptsacheverfahren am Amtsgericht wird es voraussichtlich noch mehrere Monate dauern. (-fd-/dpa)

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Nördlingen | Polizei

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