Das Bürgerbegehren zum Wittelsbacher Schloss hat die Stadt zeitlich zurückgeworfen. „Das tut uns ein bisschen weh“, sagte Bürgermeister Dr. Peter Bergmair gestern. Um wie vorgesehen im nächsten Jahr mit dem Ausbau beginnen zu können, wird jetzt Tempo gemacht. Bergmair will dabei aber auch auf die Kritik eingehen, die beim Bürgerentscheid geäußert wurde.
Betriebskonzept In den nächsten Wochen legt die Beratungsfirma actori zwei Vorschläge für ein Nutzungs- und Betriebskonzept vor, die anschließend im Schlossausschuss diskutiert werden. Ein Businessplan soll dem Stadtrat Klarheit über Einnahmen und Ausgaben verschaffen. Bürgermeister Bergmair erwartet die Entscheidung Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres.
Planung In Kürze wird für rund eine Million Euro die Ausführungsplanung beauftragt, kündigte Baureferent Carlo Haupt an. Haupt rechnet mit einer Planungszeit von sechs Monaten, drei weitere Monate sind für die Ausschreibung nötig, die teilweise EU-weit laufen muss. Dabei geht es auch um die Details der Ausstellung – bis hin zu den Türklinken. Die Auswahl trifft der Schlossausschuss.
Kosten Die Detailplanung will Bürgermeister Bergmair auch nutzen, um noch einmal die Standards zu prüfen und möglichst einen Kostenpuffer zu schaffen. „Ich fühle mich hier in der Verantwortung und nehme das sehr ernst“, bekräftigte er seine Zusage, die er schon bei der Podiumsdiskussion unserer Zeitung gemacht hatte.
Verkehrskonzept In der nächsten Stadtratssitzung am 10. November stehen zwei Anträge von SPD/Parteifreie Bürger auf der Tagesordnung. Der eine schlägt vor, einen Ausbau des Parkplatzes an der B300 zu prüfen. Der andere regt an, den Parkplatzsuchverkehr in der Burgwallstraße und der Schlossstraße mit automatisch versenkbaren Pollern zu regeln. Bürgermeister Bergmair will über die künftige Verkehrsregelung auch mit den Nachbarn rund ums Schloss sprechen – allerdings erst, wenn über die Klage gegen die Baugenehmigung entschieden ist, die ein Anwohner beim Verwaltungsgericht führt.
Saal Bergmair erinnerte daran, dass der Saal erst nach Abschluss des ersten Bauabschnitts realisiert werden soll, also frühestens nach 2017. „Wir haben noch etwas Zeit“, sagte er. Die soll auch genützt werden, um sich die Raum im Dachgeschoss des Nordflügels noch einmal genau anzuschauen. Auch die Diskussion um die Sichtbehinderung durch die Stützen will Bergmair ernst nehmen und die Lösungsmöglichkeiten genau durchleuchten.
Werbekampagne Die im Vorfeld des Bürgerentscheids geäußerten Zweifel an dem Projekt sollen nicht ungehört verhallen, versicherte Bergmair. Er will weiterhin für den Ausbaus des Schlosses zu einem Bürger- und Kulturzentrum werben und die Kritiker zu überzeugen versuchen.
Wie sich die Friedberger beim Bürgerentscheid entschieden, wo die Sanierungs-Hochburgen und die Ausbau-Hochburgen lagen, lesen Sie in der Dienstagsausgabe der Friedberger Allgemeine.