Knapp die Hälfte aller befragten Bürgerinnen und Bürger (nicht repräsentativ) stören sich nicht am umstrittenen Gewerbebetrieb im Norden Von Anton Schlickenrieder


Kissing Zweimal gab es Unterschriftensammlungen gegen den Bauantrag, zwei Bürgerinitiativen wurden gegründet, und in mehreren Bürgerversammlungen liefen Kissinger Sturm gegen das Krematorium. Jetzt steht es und arbeitet bis auf einen kleinen Zwischenfall problemlos. Anders als auf der Homepage der BI 2 „Kissinger sagen Nein“ vermerkt, haben sich die Einheimischen inzwischen mit der Feuerbestattungsanlage abgefunden.
„Haben sich die Kissinger an das Krematorium gewöhnt?“, lautete die Frage in einer nicht repräsentativen Umfrage der Friedberger Allgemeinen, die von 533 Befragten beantwortet wurde. Weniger als die Hälfte davon (247) sagten, das sei so. Das ist ein Anteil von 46,3 Prozent. Der Anteil der Nein-Stimmen beträgt 23,4 Prozent, absolut 125 Stimmen. Höher ist die Anzahl derer, die mit der Frage nichts anzufangen wissen. „Weiß nicht“, antworteten 161 Befragte, das sind 30,2 Prozent.
Damit spiegelt sich das Stärkeverhältnis zwischen Befürwortern und Ablehnenden in den letzten beiden Bürgerversammlungen auch in unserer nicht repräsentativen Umfrage wider. Bei den mit etwa 250 Besuchern gut gefüllten Pflichtveranstaltungen der Gemeinde gab es immer Wortgefechte zum Thema Krematorium. Die 1000 abgegebenen Unterschriften gegen Planung und Bau der Feuerbestattungsanlage entsprechen einem Prozentsatz von 11,46 der Bewohner Kissings.
Bei aller Resonanz für dieses Thema ist die Zahl derer, die gar keine Meinung über das Krematorium haben, doch recht hoch.
Fast ein Drittel aller Befragten interessiert es nicht, dass es eine solche Anlage gibt, wo sie steht und wie sie arbeitet. Das wiederum passt zu einer Erfahrung, die ein Fahrer der Stadt München machen musste, der zum ersten Mal das Krematorium in Kissing mit seinem Bestattungswagen suchte. Er stand schon in der Straße Am Silberpark, drehte dann aber um, weil er das in einem Wäldchen versteckt liegende Gebäude und den Kamin nicht sah.
Normaler, privat geführter Gewerbebetrieb
Später musste er fünf Passanten im Ort befragen, ehe er dann doch fündig wurde. „Ein Hinweisschild wäre schon angebracht“, warf der Mann Bürgermeister Manfred Wolf vor. Was dieser ablehnte mit dem Hinweis, das Krematorium sei ein ganz normaler privat geführter Gewerbebetrieb, den die Gemeinde Kissing nicht auf dieseWeise fördern könne. Das müsse der Betreiber schon selber beantragen.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren