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31. Januar 2012 12:05 Uhr

Bürgerversammlung

Dasing baut seine Schulden weiter ab

Beachtliche Gewerbesteuereinnahmen ermöglichen 2012 eine Reihe von Investitionen Von Peter Stöbich

Im alten Lagerhaus beim Bahnhof bekommen die Dasinger Jugendlichen ihren eigenen Treffpunkt; außerdem gibt es Platz für den heimatkundlichen Kreis.
Foto: Stöbich

Dasing Kontinuierlich löst Bürgermeister Erich Nagl sein Versprechen ein, das er den Dasingern vor seiner Wahl gegeben hatte: Der Schuldenberg der Gemeinde (2005 noch 8,9 Millionen) wird von Jahr zu Jahr niedriger und beträgt derzeit 5,6 Millionen. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt etwas über 1000 Euro. Mit enthalten ist darin allerdings auch der Aufwand für die Schule. Nagl wies darauf hin, dass es in anderen Kommunen einen eigenen Schulverband gebe und die Ausgaben deshalb nicht im Haushalt der Gemeinde auftauchten.

Der Schuldenabbau war nicht die einzige gute Nachricht, die Nagl bei der gut besuchten Bürgerversammlung verkünden konnte. In seinem knapp einstündigen Bericht listete er eine ganze Reihe von Investitionen auf, die im Laufe dieses Jahres verwirklicht werden sollen. Möglich ist das unter anderem durch beachtliche Gewerbesteuereinnahmen, die im Vorjahr deutlich über zwei Millionen Euro lagen.

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Rückschau Den gesamten Steuereinnahmen in Höhe von 5,6 Millionen stünden allerdings Umlagen von 2,5 Millionen gegenüber, sagte Nagl und erinnerte an einige wichtige Entscheidungen und Maßnahmen im vergangenen Jahr. Unter anderem nannte er den Kooperationsvertrag für die Mittelschule, den Baubeginn der Ortsdurchfahrt Oberzell, den Ausbau der Lindlstraße in Dasing, die Sanierung des alten Feuerwehrhauses in der Bachstraße, die Fertigstellung des Kanals in St. Franziskus sowie zahlreiche kleinere Bau- und Unterhaltsmaßnahmen im weitläufigen Gemeindegebiet. Nach langwierigen Geburtswehen wurde 2011 endlich auch der neue Flächennutzungsplan rechtskräftig. Dass es heuer kaum weniger zu tun gibt, machte der Bürgermeister in seiner Vorschau auf die kommenden Monate deutlich.

Interkommunales Gewerbegebiet Für das gemeinsam mit der Stadt Aichach entwickelte Gewerbegebiet gibt es laut Nagl „jede Menge Anfragen auch namhafter Firmen“. Die Gemeinde Dasing verfüge dort allerdings über keine eigenen Flächen. Ein erster Bebauungsplan-entwurf soll in den nächsten Monaten vorliegen, dann seien konkrete Verhandlungen mit interessierten Unternehmen möglich.

Lagerhaus Im ehemaligen Raiffeisen-Lagerhaus beim Bahnhof wird dieses Jahr der Um- und Innenausbau fortgesetzt. Nachdem die Pläne für ein Dasinger Hofmark-Museum aus Kostengründen vom Tisch sind, werden sich die Räume künftig der heimatkundliche Kreis und die Jugendlichen teilen, die viele Jahre auf ihren eigenen Treffpunkt gewartet hatten (wir berichteten).

Freizeitanlage Die energetische Sanierung der 30 Jahre alten Freizeitanlage gehört zu den Investitionen, deren Umsetzung von der aktuellen Finanzlage abhängt. Den Haushalt für das laufende Jahr wird der Gemeinderat erst in einigen Wochen beschließen. Notwendig wäre eine ganze Reihe von Maßnahmen wie die Dämmung von Außenwänden und Dächern sowie der Einbau von Isolierfenstern; die Holzpaneelen in der Stahlbetonkonstruktion sind teilweise verrottet.

Klärwerk Für die Kläranlage soll eine Anlage zur Phosphatfällung angeschafft werden. Wenn nämlich zu den 5652 Einwohnern auch noch das interkommunale Gewerbegebiet kommen wird, stößt die Anlage an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Um sich eine kostspielige Erweiterung zu sparen, setzt die Gemeindeverwaltung auf eine Ertüchtigung mit einer Erhöhung der Einwohner-Gleichwerte.

Bauhof Für den gemeindlichen Bauhof sucht die Verwaltung dringend einen neuen Standort. Das derzeitige Quartier an der Taitinger Straße ist sehr beengt, sodass die Mitarbeiter Arbeitsgerät und Material aus verschiedenen Lagern holen müssen, die übers ganze Gemeindegebiet verstreut sind. Über die Möglichkeit eines Neubaus hatten die Ratsmitglieder Ende letzten Jahres ausführlich diskutiert.

Altlasten-Verdacht Der Bogenschießplatz der Freizeitanlage gilt als „Altlasten-Verdachtsfläche“. Das Landratsamt verlangt deshalb eine Bodenuntersuchung, die knapp 3000 Euro kosten wird. Laut Bürgermeister Nagl war dort Anfang der 1990er Jahre Bauschutt abgelagert worden. Nun hoffen die Dasinger, dass die Untersuchung keine größeren Probleme ans Tageslicht bringt, die erhebliche Folgekosten verursachen könnten.

Kindergarten Die drei Kindertagesstätten in Dasing, Wessiszell und Rieden sind mit 228 Mädchen und Buben „am Anschlag“, sagte Nagl. Entgegen dem allgemeinen Geburtentrend in Deutschland sei nämlich die Zahl der Kinder in der Gemeinde so stark gestiegen, dass dringender Handlungsbedarf bestehe. Der Kindergarten in Wessiszell könnte noch ausgebaut werden. Nach den Vorgaben des Freistaats Bayern muss in Dasing außerdem eine weitere Krippengruppe eingerichtet werden (ein Drittel der Kinder soll einen Krippenplatz erhalten); vier Kindergartengruppen sind laut Nagl bereits in den Schulpavillon ausgelagert.

Schule Derzeit besuchen 315 Jugendliche die Mittelschule, von denen immer mehr an weiterführende Schulen übertreten. Nur ein Viertel bleibe an der früheren Grund- und Hauptschule, so der Bürgermeister in seinem Bericht.

Weiteres Außerdem in Planung sind für dieses Jahr die Kanalsanierung in den Ortsteilen Laimering und Wessiszell, ein Kinderspielplatz in Taiting, die Fertigstellung der Oberzeller Ortsdurchfahrt, die Erneuerung von 110 Straßenlampen, Brückensanierungen, der Paarauen-Lehrpfad und vieles mehr.

Diskussion Die Zuhörer beim Bäckerwirt waren mit Nagls Ausführungen offensichtlich zufrieden. Denn in der Diskussion gab es keine Kritik und nur eine einzige Wortmeldung, die sich auf eine Unterstellmöglichkeit für Fußballfans bezog. Der Bürgermeister dankte allen Ratsmitgliedern für die konstruktive Arbeit sowie allen Dasingern, die sich ehrenamtlich in den zahlreichen Vereinen, Hilfs- und Rettungsorganisationen engagieren.

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