Betriebsseelsorger Erwin Helmer erläutert auf dem 23. Landvolktag in Ried, dass jeder mehr ist als nur ein Kostenfaktor Von Sebastian Musolf


„Jeder Mensch ist unendlich viel mehr wert als alles Geld der Erde – jeder hat vor Gott einen unendlich großen Wert“, diesen zentralen Aspekt erörterte Betriebsselsorger und Diakon Erwin Helmer auf dem 23. Landvolktag in Ried. Nach dem von Landvolkseelsorger Pater Peter Hinsen geleiteten Gottesdienst referierte Helmer im Saal des Gasthofes Steinbock, dass der einzelne Mensch im Wirtschaftsleben immer mehr zu einem Kostenfaktor degradiert werde. „In den Casting-Shows kann immer nur Einer gewinnen und Tausende sind die Verlierer – diese werden vor laufender Kamera verspottet und entwürdigt“, sagte Helmer. Eine Gesellschaft, in der nur der Beste, nur die Elite etwas zähle, sei nicht erstrebenswert. „Das ist ein völlig falsches Menschenbild“, sagte der Referent. Gerade die Schwächeren bedürfen der gesellschaftlichen Solidarität. Helmer kritisierte auch scharf die Bedingungen in der Leiharbeit: der Einzelne habe wenig Rechte, keine Mitbestimmung und es existieren hohe Lohnunterschiede. „Es darf nicht sein, dass Leiharbeiter zu Menschen zweiter Klasse degradiert werden – für die gleiche Arbeit muss es auch den gleichen Lohn geben“, forderte Helmer. Schon im Jakobusbrief stehe: „Der vorenthaltene Lohn schreit zum Himmel.“
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