Aichach/Landkreis Keine „Gelüste nach Bestrafung“ hatte eine 56-Jährige aus dem nördlichen Landkreis Aichach-Friedberg. Sie war telefonisch von der 26-jährigen Ex-Freundin ihres Sohnes mit dem Tod bedroht worden. „Ich will bloß meine Ruhe“, sagte die Zeugin vor dem Aichacher Amtsgericht. Weil seitdem nichts mehr vorgefallen war, stellte Richterin Elisabeth Walch das Verfahren gegen die 26-jährige Augsburgerin ein.
Meistens in der Nacht klingelte bei der 56-Jährigen das Telefon. Manchmal hätte sie die Nummer der Angeklagten dann auf dem Display gesehen, manchmal sei die Telefonnummer unterdrückt gewesen, sagte die Zeugin. Gesagt hätte der Anrufer nie irgendetwas. Außer bei dem einen Anruf Ende Oktober vergangenen Jahres kurz nach Mitternacht. „Ich bringe dich um“, hätte die Anruferin gesagt und dann wieder aufgelegt.
Ex-Freundin anhand der Stimme identifiziert
An der Stimme hatte die 56-Jährige sie als die Ex-Freundin ihres Sohnes identifiziert und daraufhin angezeigt. Sie hätte nach dem Anruf wirklich Angst gehabt, weil sie wusste, dass die 26-Jährige gewalttätig sein kann, erklärte die Zeugin.
„Ich habe nie bei ihr angerufen. Ich habe auch gar nicht ihre Nummer“, erwiderte dagegen die Angeklagte. Sie konnte sich auch nicht erklären, wie es möglich war, dass laut Verbindungsnachweis mehrere Anrufe von ihrem Apparat an die Nummer der 56-Jährigen gegangen waren. „Ich habe dort nicht angerufen und hätte so einen Satz auch nie in den Mund genommen“, so die Angeklagte vor Gericht.
Seit dem mitternächtlichen Anruf, bei dem sie bedroht wurde, hatte die Zeugin keinen Anruf mehr erhalten. Den Vorschlag von Staatsanwältin Caroline Winkler, sich bei der Zeugin zu entschuldigen, lehnte die Angeklagte ab. „Ich möchte Gerechtigkeit und bin unschuldig.“ Sie wolle bloß ihre Ruhe, sagte die Zeugin, die deshalb auch auf eine Entschuldigung verzichtete.
Nachdem jetzt Ruhe mit den nächtlichen Anrufen sei, entschied Amtsrichterin Elisabeth Walch, das Verfahren gegen die 26-Jährige einzustellen. (drx)