Montag, 24. Juli 2017

02. Januar 2013 17:07 Uhr

Vandalismus in Kissing

Einbruch in Stephanskirche schockiert die Kissinger

 In der Silvesternacht zertritt ein Unbekannter ein Fenster und landet in der Weihnachtskrippe. Bereits seit Jahren gibt es mit Feierfreudigen auf dem Kirchengelände Schwierigkeiten.

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Der Einbrecher hat eine Hirtenfigur beschädigt.
Foto: Gönül Frey

Glasscherben auf dem Kirchenboden, die Verzierung vom Kreuzweg-Gemälde abgebrochen, ein hölzerner Hirte ohne Bein – ein Einbrecher hat in der Silvesternacht in der Kissinger Kirche St. Stephan Spuren hinter lassen. Gestohlen wurde nichts. Doch die Menschen sind erschüttert und den Verantwortlichen der Kirchengemeinde reicht es. Denn seit Jahren haben sie an Silvester unter Feiernden bei St. Stephan und an der Burgstallkapelle zu leiden.

Mesnerin Brigitte Bahmer hat die Bescherung am Neujahrsmorgen entdeckt. Ein Bleiglasfenster oberhalb der Krippe war eingetreten. Von dort muss sich der Unbekannte herab gelassen haben. Bei seinem Abstieg ging die Verzierung an einem Kreuzwegbild zu Bruch. Danach landete er wohl in der Krippe. Dort sind Figuren umgeworfen und zum Teil beschädigt. Bei einem hölzernen Hirten ist ein Bein abgebrochen. „Für mich war der Tag gelaufen“, sagt die Mesnerin.

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Kirchenpfleger Helmuth Kirchberger erklärt, dass finanziell das kaputte Bleiglasfenster der größte Schaden sei. Rund 2000 Euro schätzt er wird es kosten, dieses zu ersetzen. „Der Einbruch in die Kirche und die Zerstörung an der Krippe trifft uns emotional und verletzt das religiöse Empfinden“, erklärt Pfarrer Werner Pfundstein. Auch zweite Bürgermeisterin Silvia Rinderhagen wollte sich sofort ein Bildmachen. „Die Leute in der Gemeinde sind einfach geschockt“, sagt sie.

Dabei scheint es, dass die Kirche noch glimpflich davon gekommen ist. „Es wurde nichts gestohlen“, sagt Brigitte Bahmer. Die kleine Spendenfigur an der Krippe ist genauso unberührt wie der Opferstock. Dabei muss der Täter das ganze Kirchenschiff durchquert haben. „Denn die Tür des linken Beichtstuhls stand offen. Was er da wollte – ich weiß es nicht“, sagt die Mesnerin. Auf seinem Weg hätte es viele zerbrechliche Gegenstände und Kunstwerke gegeben. Alle blieben unbeschädigt.

Möglicherweise sei das Ganze eine Mutprobe oder ein Streich von Jugendlichen gewesen, meint der Pfarrer. Das würde passen. Denn die Kirche im Altort befindet sich ebenso wie die Burgstallkapelle an Silvester in einer Art Belagerungszustand. Wegen der wunderbaren Aussicht sind die beiden Gotteshäuser als Ort zum Feiern und Abschießen des Feuerwerks sehr beliebt. Die Verantwortlichen in der Pfarrei versuchen mit eher geringem Erfolg, das zu verhindern. „Auch dieses Jahr wieder wurden von den Grabsteinen aus Raketen abgefeuert. Und in manchen Jahren haben sie einen Meter vom Leichenhaus die Knaller gezündet, während dort ein Toter aufgebahrt war. Das ist einfach pietätlos“, sagt Oliver Kosel, Mesner von St. Bernhard. Am Neujahrsmorgen hat er zusammen mit Brigitte Bahmer säckeweise Feuerwerksabfälle sowie leere Sektflachen um die Kirche eingesammelt. „Die Burgstallkapelle ist ja aus Holz. Da ist das wirklich gefährlich“, sagt die Mesnerin.

Schon seit einigen Jahren sperrt sie deshalb an Silvester um 17 Uhr den Friedhof an der Stephanskirche zu. Das hält die Feierfreudigen jedoch kaum ab. „Einmal hab ich sogar Jugendliche getroffen, die sind mit der Leiter angerückt um einzusteigen“, erzählt Kosel. Auch in diesem Jahr patroullierte er statt selbst zu feiern mit Brigitte Bahmer. Nach dem Mitternachtsleuten gingen die beiden von St. Stephan rüber zur Burgstall-Kapelle, wo das Feuerwerk in vollem Gange war. „Als ich was gesagt hab, bin ich ziemlich angepöbelt worden“, berichtet die Mesnerin. Vielleicht stehe der spätere Einbruch auch damit in Verbindung, meint zweite Bürgermeisterin Silvia Rinderhagen.

Nun ermittelt die Polizei. Und die Kirchengemeinde appelliert an die Feiernden sich zu mäßigen. „Wenn jemand nur schauen möchte, dann lassen wir ihn ja gerne rein. Die brauchen sich nur bei mir zu melden“, verspricht Brigitte Bahmer. Aber es gehe eben nicht, dass auf Kirch- und Friedhofsareal Feuerwerk angezündet werde. »Seite 1

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Gönül Frey

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