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14. Januar 2012 12:09 Uhr

Hospizarbeit

Einen Abschied in Würde möglich machen

Sozialstationen in Friedberg und Mering bieten Kurse an. Dazu finden Ende Januar zwei Infoabende statt Von Peter Stöbich

Friedberg/Mering Abschied, Tod und Verlust sind in unserer Gesellschaft häufig Tabuthemen und so sterben Menschen oft einsam in einem anonymen Krankenhauszimmer. Wegbegleiter für Schwerkranke und deren Angehörige wollen die Hospizhelfer sein, die in unserem Landkreis in drei Gruppen in Aichach, Friedberg und Mering organisiert sind. Wer sich für diese ehrenamtliche Tätigkeit interessiert, kann sich diesen Monat an zwei Abenden über die Ausbildung informieren. Sie finden am Montag, 30. Januar, in der Friedberger und am Dienstag, 31. Januar, jeweils um 19.30 Uhr in der Meringer Sozialstation statt.

„Dabei geht es nicht um die medizinische Betreuung von Sterbenden, sondern um die Lebensbegleitung der Menschen und ihrer Familien“, sagt Sonja Jakob. Die Pflegedienstleiterin der Meringer Sozialstation koordiniert seit Mitte letzten Jahres die Arbeit des St.-Afra-Hospizes und möchte eine neue Gruppe von ehrenamtlichen Helfern aufbauen. „Denn viele Angehörige sind froh, wenn wir ab und zu ein Gespräch mit dem Arzt oder einen Nachtdienst übernehmen“, weiß die gelernte Krankenschwester. Sie verfügt über eine Intensiv- und Anästhesie-Fachweiterbildung und war unter anderem 16 Jahre lang in der Notaufnahme des Friedberger Krankenhauses tätig, bevor sie im Herbst 2007 die Pflegedienstleitung in Mering übernahm.

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„Nicht selten wird der Tod von Angehörigen an Kliniken und Bestattungsunternehmen delegiert und dadurch bürokratisiert“, sagt sie und setzt sich für einen Abschied in Würde ein, bei dem die Patienten daheim in vertrauter Umgebung bleiben können. Denn in vielen Heimen und Kliniken sei das Personal überlastet und in Familien die Hemmschwelle oft hoch, sich Hilfe von außen zu holen. Die Unterstützung der unter Schweigepflicht stehenden Hospizhelfer ist kostenlos und hilft auch den Hinterbliebenen, ihre Trauer zu bewältigen. Das St.-Afra-Hospiz informiert außerdem über so wichtige Dinge wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung.

Mit Tod und Trauer richtig umgehen

Im Kurs, der am 25. Februar in der Sozialstation Mering, Lechstraße 7, beginnt, lernen die Teilnehmer den Umgang mit Tod und Trauer und erhalten Grundkenntnisse der Palliativpflege. Den Abschluss bildet ein dreitägiges Praktikum in einem Altenheim, Krankenhaus oder einer vergleichbaren Einrichtung. Sonja Jakob: „Auch Gesprächsführung, Psychologie und Rituale, Nähe und Distanz stehen auf dem Programm der einjährigen Ausbildung. Es geht um einen achtsamen und würdevollen Umgang mit Menschen aller Altersgruppen, die in einer Krisensituation Beistand brauchen.“

Die Begleitung ist unabhängig von Religionszugehörigkeit, Weltanschauung und der Art der Erkrankung. Reden oder schweigen, zuhören oder singen, die Hand halten – das sind an der Seite eines Sterbenden unscheinbare kleine Gesten und Dinge, die für den Betroffenen aber sehr bedeutsam sein können.

Kontakt Nähere Informationen gibt es unter Telefon (08233) 92288.

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