Startseite
Icon Pfeil nach unten
Friedberg
Icon Pfeil nach unten
Friedberg
Icon Pfeil nach unten

Sau in Au: Einerseits Freude, andererseits Sorgen

Sau in Au

Einerseits Freude, andererseits Sorgen

  • |
  • |
  • |
    Einerseits Freude, andererseits Sorgen
    Einerseits Freude, andererseits Sorgen

    Friedberg Völlig gegensätzliche Reaktionen löst das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) aus, das den Bebauungsplan für ein Erholungs- und Freizeitgebiet „Friedberger Au“ für unwirksam erklärt hat. Landwirt Friedrich Hintermayr ist die Erleichterung anzuhören. Er und seine beiden Berufskollegen hoffen nun auf eine Genehmigung ihres Aussiedlerhofs mit Schweinemast, den sie vor fünf Jahren erstmals beantragt hatten. Hingegen hat das Urteil dem Vorsitzenden der „Bürgeraktion Friedberger Au“ Werner Brackmann „eine unruhige Nacht“ beschert.

    „Ihre Freude ist groß“, sagt Anwalt Leopold Thum (München), der die Landwirte vertritt, über die Reaktion seiner Mandanten. Das Urteil habe er so erwartet – aufgrund der Zielrichtung des Bebauungsplans und darüber hinaus wegen seiner Ansicht nach „handwerklicher Fehler“. Sollte die Stadt einen erneuten Anlauf für ein Bebauungsplanverfahren nehmen, wäre es laut Thum nicht mit der Wiederholung bestimmter Verfahrensschritte getan: „Das Verfahren müsste komplett neu aufgerollt werden.“ Vonseiten der Stadt Friedberg wünscht sich der Fachanwalt für seine Mandanten etwas anderes: Dass die Baugenehmigungsbehörde nüchtern und gesetzeskonform entscheide. Und dass die Kommune konstruktiv und sachlich die Interessen aller Beteiligten berücksichtige. Stattdessen habe er bislang von der Stadt eine „Unversöhnlichkeit erlebt, die mich erstaunt“, sagt Thum gegenüber unserer Zeitung.

    Eine Rückkehr zu einer Gesprächsbereitschaft vonseiten der Stadt erhofft sich jetzt auch der Ortsobmann des Bauernverbandes (BBV) Georg Goldstein. Daran habe es von Anfang an gehapert: „Die Politik war von der ersten Minute an mit im Spiel.“

    Umgekehrt setzt man bei der „Bürgeraktion Friedberger Au“ weiter auf Verbündete aus der Stadtpolitik. Möglichst bald will Bürgeraktionsvorsitzender Werner Brackmann Vertreter der Stadtpolitik zu einem Gespräch einladen, die auch hinter dem Bürgerbegehren für ein Erholungs- und Freizeitgebiet gestanden waren. Dann soll gemeinsam das weitere Vorgehen besprochen werden. Brackmann bedauert, dass in dem Gerichtsurteil die mehrheitliche Meinung der Bevölkerung seiner Ansicht nach nicht berücksichtigt worden ist.

    An den Fakten habe sich seit dem Bürgerentscheid vor vier Jahren nichts geändert. „Wir fürchten nach wie vor eine wahnsinnige Belästigung durch die Schweinemast“, verweist Brackmann darauf, dass die alten Befürchtungen auch die neuen sind. Die Privilegierung der Landwirtschaft und die Sorgen der Bevölkerung passten in der Friedberger Au nicht zusammen, so der Vorsitzende der Bürgeraktion. Ganz hat er die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich der Bebauungsplan möglicherweise in den beanstandeten Punkten nachbessern lässt. (scha)

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden