Tegernbach Auf der Minigolfanlage beim Friedberger Parkcafé versenkte Reinhard Hanke vor vielen Jahren erfolgreich seinen ersten Ball. Kaum zu vergleichen natürlich mit Loch sieben in Tegernbach, das die stolze Länge von fast 530 Meter aufweist und im Idealfall mit fünf Schlägen zu bewältigen ist. Und dennoch sprang bereits damals, auf der kleinen Spielbahn aus Beton, der Funke über. Wie faszinierend das ist, wenn der Ball fliegt und rollt und am Ende mit einem Klappern ins kreisrunde Loch fällt – das können Golfinteressierte am Sonntag in Tegernbach erleben.
Der Golfplatz war noch im Bau, als Reinhart Hanke 1999 erstmals in Tegernbach vorbeischaute und gleich Mitglied wurde. Als Mann der ersten Stunde ist er mit dem Klub eng verbunden, kennt die Anlage und die Leute und war damit natürlich der ideale Kandidat, als heuer der Posten des Men’s Captain neu zu besetzen war. Das Ehrenamt bringt die Verantwortung für den Spielbetrieb der eben aufgestiegenen 1. Mannschaft ebenso mit sich wie für die Freizeitgolfer, die sich am Freitagnachmittag zum Men’s Day treffen.
Gemeinschaftserlebnis im Flight und im Klubhaus
Während der Sommermonate ist Reinhart Hanke ein- bis zweimal nach Feierabend und auch am Wochenende auf dem Platz anzutreffen. Der Ex-Fußballer mit Handicap -12,7 schätzt die sportliche Herausforderung, immer noch ein bisschen besser zu werden: „Man ist ganz allein selber schuld, wenn man nicht trifft.“ Dazu kommt das gesellige Beisammensein im Flight oder nach dem Spiel im Klubhaus. „Es ist sehr familiär in Tegernbach“, beschreibt Hanke die uneitle Atmosphäre, in der Anfänger und Gäste gerne gesehen sind.
„Es ist definitiv nicht elitär. Ganz normale Leute, mit denen man Spaß haben kann“, sagt auch Harald Spring, der vor zwei Jahren mit dem Golfen begonnen und sich bereits auf Handicap -26,3 heruntergespielt hat. Ein Schnupperkurs zum Geburtstag markierte den Beginn einer großen Leidenschaft – so groß, dass Spring nahezu jeden Abend nach der Arbeit auf dem Platz anzutreffen ist. Dabei hat der Vorsitzende des TSV Dasing in seinem früheren Leben so ziemlich alle Ballsportarten ausprobiert, die es gibt. „Aber keine hat mich so fasziniert wie Golf“, sagt Spring. Jeder Tag ist anders, keine Runde gleicht der anderen. Dazu kommen in Tegernbach der Genuss von freier Natur und großer Ruhe, die kaum durch Zivilisationsgeräusche gestört wird.
Gut für Kopf und Körper – so fasst Jutta Wiegleb zusammen, was ihr an diesem Sport so gefällt: Wenn man stundenlang über den federnden Grasboden läuft und seinen Ball vorantreibt, dann kann man abschalten und den Alltag vergessen. Sie hat mit dem Golfen 2003 in Tegernbach angefangen, ist seit drei Jahren Ladies Captain und damit für die sportlichen und geselligen Aktivitäten der weiblichen Mitglieder zuständig. Einmal im Jahr gibt es einen gemeinsamen Ausflug, immer donnerstags trifft sich eine „nette Truppe“, wie Wiegleb lobt, zur gemeinsamen Runde – unter Ausschluss der Männer, aber mit sportlichem Ehrgeiz. „Die Mädels freuen sich, wenn sie einmal nur mit Damen spielen“, berichtet die Meringerin. Willkommen sind dabei auch Neulinge, die erst ihre Platzreife haben. „Golf lernt man am besten beim Spielen“, empfiehlt Jutta Wiegleb.