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E-Bikes: Im Rausch der Geschwindigkeit

E-Bikes

Im Rausch der Geschwindigkeit

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    Verkäufer hoffen bei E-Bikes auf steigenden Umsatz und schönes Wetter. Bild: dpa
    Verkäufer hoffen bei E-Bikes auf steigenden Umsatz und schönes Wetter. Bild: dpa

    Aichach-Friedberg Der Adrenalinkick kam überraschend – er war einer Probefahrt auf einem E-Bike zu verdanken. Der rasante Fahrtwind treibt rasch die Tränen in die Augen und lässt die Haare flattern. Auf den Geschwindigkeitsrausch wollen immer weniger Biker verzichten.

    Die Fahrradhändler in Friedberg und Umgebung freuen sich über steigende Verkaufszahlen bei den Elektrorädern. Stefan Richter von Toni’s Radleck aus Mering ist aber noch skeptisch: „Der steigende Trend macht sich nur zurückhaltend im Verkauf bemerkbar.“ Gründe sieht Richter vor allem in den Vorurteilen, dass E-Biker älteren Jahrgangs seien. Der Fahrradverkäufer hofft auf ein Umdenken.

    Einen Aufwärtstrend sieht Werner Pfundmeir vom gleichnamigen Fahrradgeschäft in Friedberg: „2011 lag der Marktanteil noch bei acht Prozent, vielleicht pendelt sich der Marktanteil der E-Bikes aber bei 20 Prozent ein.“ An eine Verdrängung des klassischen Fahrrads glaubt Pfundmeir nicht.

    Durch die verschiedenen Modelle ist das E-Bike aber ein guter Ersatz für die herkömmlichen Räder. Es gibt verschiedene Varianten: Mountainbikes, Trekkingräder, Sportbikes. „Das Klientel ist völlig gemischt“, weiß Volker Montag vom Radlhaus Kissing. Auch viele Jugendliche begeistern sich für die neuen Technik-Bikes. Das bestätigt Stefan Richter: „Ein E-Bike ist ja auch ein guter Mofaersatz.“

    Das liegt sicherlich auch an den technischen Daten. Die verbauten Elektromotoren könnten sogar eine Wattzahl von 500 erreichen, macht Pfundmeir klar. Die Motoren schalten sich beim Treten dazu. Bis zu einer Fahrgeschwindigkeit von 45 Stundenkilometern läuft die Unterstützung, der Rest ist dann wieder Muskelkraft. Allerdings benötigt man bereits ab einer Tretunterstützung von 25 Stundenkilometern ein Mofakennzeichen und es besteht Helmpflicht.

    Dass das nicht übertrieben ist, macht eine Probefahrt schnell klar. Gemütlich tritt man in die Pedale und schießt trotzdem mit 30 Stundenkilometern durch die Innenstadt. Nicht nur der Tachozähler geht dabei nach oben, sondern auch der Puls. Vor allem, wenn man eine Abfahrt des Friedberger Bergs wagt. Bei knapp 50 Stundenkilometern schlägt das Herz schneller als gewohnt. Ohne Helm ist die Fahrt nicht ganz ungefährlich. Das wusste auch der Tester und entschied sich lieber für die Bremse und zum ersten Mal schob er sein Fahrrad den Berg hinab und nicht hinauf.

    Die Motoren schaffen es, die Durchschnittsgeschwindigkeit der klassischen Räder von 20 Stundenkilometern zu verdoppeln, weiß Werner Pfundmeir. Doch Technik hat ihren Preis. Etwa 1000 Euro müsse man im Vergleich zu einem klassischen Rad drauflegen – bei gleicher Qualität. Der Einstiegspreis für gute E-Bikes liege etwa bei 2000 Euro, weiß Pfundmeir. Eine Investition, die sich aber lohnen kann.

    Hohe Spritkosten dürften den Verkauf weiter antreiben. Mit vollem Akku sind Entfernungen von 100 Kilometer Laufleistung drin. Und das für wenig Geld. „Eine Akkuladung kostet an der heimischen Steckdose etwa zehn Cent“, sagt Pfundmeir. Auf die körperliche Betätigung muss man aber auch mit einem E-Bike nicht verzichten. Wer selbst in die Pedale treten will, kann dies auch tun. Der Elektromotor lässt sich einfach ausschalten.

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