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Ringverkehr Mering: Jetzt wird viel Zählpersonal benötigt

Ringverkehr Mering

Jetzt wird viel Zählpersonal benötigt

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    Vor allem am Marktplatz muss die Verkehrsführung noch so geändert werden, dass langsamer gefahren werden muss. Und am 20. September soll gezählt werden. Rechts die Zählstellen, blau-rote Kreise stehen für 14-stündiges Erfassen, der gestrichelte Kreis kommt erst im März 2012 mit dazu.
    Vor allem am Marktplatz muss die Verkehrsführung noch so geändert werden, dass langsamer gefahren werden muss. Und am 20. September soll gezählt werden. Rechts die Zählstellen, blau-rote Kreise stehen für 14-stündiges Erfassen, der gestrichelte Kreis kommt erst im März 2012 mit dazu. Foto: Foto: Anton Schlickenrieder

    Mering Einen Tag lang im September den Verkehr an verschiedenen Knotenpunkten zählen: Das könnte zum Hobby von 40 bis 50 Meringern werden. So viele Zähler etwa benötigt das Büro „Stadt Land Verkehr“ (München), um Basisdaten zum Ringverkehr zu erheben. Eine zweite Zählung soll am 22. März 2012 erfolgen. Da haben sich dann die Fahrgewohnheiten in der Marktgemeinde hoffentlich wieder normalisiert – Voraussetzung: Die Paarbrücke Münchener Straße ist ab Herbst wieder befahrbar.

    Teilweise recht heftig waren im Arbeitskreis Feldversuch die Vorwürfe an Planer Peter Weigelt und den Gemeinderat von Anwohnern der Boutteville- und Kirchstraße. Dorthin spaltet sich der Verkehr auf, der nicht mehr über die „Hauptstraße“ (Augsburger und Münchener Straße) rollt. „Die schönsten Ergebnisse gab es am 3. Mai, da fuhr jeder vorsichtig. Das ist längst vorbei“, sagte ein Bürger. Das angestrebte Ergebnis sei kurz eingetreten und dann verrauscht.

    Bernhard Abel hielt dem entgegen, dass eigentlich alle Ziele einigermaßen erreicht seien: Beruhigung im Ortskern, mehr Einkaufsqualität, Radfahrer kämen weit besser durch den Ort und es gebe zwölf Parkplätze mehr. „Der Ort ist inzwischen tot“ (Ex-Gemeinderätin Christine Sedlmeir-Resch) und „Man kann einen Ort auch tot-beruhigen“ (Apothekerin Monika Selder-Hoffmann) waren da ganz anderer Auffassung.

    Generell war die Meringer Geschäftswelt gespalten. Besonders hart trifft die Paarbrückensperrung natürlich das Schuh- und Sporthaus Steinbrecher, aber auch Hans Reich klagt über Einbußen. Trotzdem ist man der Meinung, der Feldversuch müsse jetzt komplett „durchgezogen“ werden. Kuriosum am Rande: Es gibt ein Geschäft, dessen Umsatz sogar um etwa zehn Prozent gestiegen ist. „Wir sind aber auch sehr stark in die Werbung gegangen“, sagt Pius Spengler.

    Günther Jung aus der Bouttevillestraße nannte den Verkehrslärm dort, seit die Busse dort fahren, „unerträglich. Das geht morgens um Viertel nach vier Uhr los.“ Dem Konter Bürgermeister Kandlers, es werde jetzt nur mehr in einer Richtung gefahren, und damit sei eher weniger Verkehr zu erwarten, hielt Jung entgegen, dass jetzt mehr gerast werde. Das wiederum beantwortete Verkehrplaner Peter Weigelt (Burgau), der den Ringverkehr entworfen hat: „Der Feldversuch ist so angelegt, dass wir jederzeit Tempo 30 im Ring anordnen können.“ Und es sei auch jederzeit möglich, die Fahrbahnverschwenkungen so zu verändern, dass der Verkehrsfluss gedrosselt würde. Besonders am Marktplatz sei das sehr angebracht, meinte der Architekt. Unterstützung bekam er von Franz Schikorski, der berichtete, dass so ein Ringverkehr in Maierhof im Zillertal wunderbar funktioniere – mit Tempo 30.

    Das schlimmste Eck ist nach Einschätzung vieler AK-Teilnehmer die Einmündung Bouttevillestraße/Münchener Straße, „ein Wunder, dass da noch nichts passiert ist“, sagte eine Frau. Widersinnig sei es auch gewesen, jetzt die Kirchstraße halbseitig mit einem absoluten Halteverbot zu bestücken. „Jetzt kann dort wirklich schnell gefahren werden“, schimpfte ein Anwohner. Ganz davon abgesehen, dass die Zahl der Stellplätze jetzt sehr gering sei.

    Heiß diskutiert wurde die These, dass für manche Meringer scheinbar seit Neuestem die Verkehrsregeln nicht mehr gälten. Kandler nahm gleich mehrfach die Charakterisierung „Idiot“ für solch eine Verhaltensweise Einzelner in den Mund. Weigelt bremste ihn und auch andere Diskutierende mit dem Gedanken, dass es jetzt von den Emotionen her nichts bringe, sich gegenseitig Argumente an den Kopf zu werfen. „Dafür genau brauchen wir die Zahlen“, leitete er wieder zum Hauptthema des Abends über.

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