Friedberg Im katholischen Kirchenjahr steht der Mai ganz in der Tradition der Lobpreisung und Verehrung der Gottesmutter Maria. Die Sopranistin Susanne Kapfer, Klarinettist Thomas Deisenhofer und Organist Roland Plomer stimmten gemeinsam in einer kirchenmusikalischen Feierstunde „Lobgesänge auf die Gottesmutter Maria“ an und Pfarrer Geißler las aus dem Lukasevangelium die Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria mit der Begrüßung Ave Maria.
Der instrumentale Beginn des Programms setzte Akzente. Roland Plomer spielte auf der Orgel von Johann Walter das Präludium über Ave Maria und führte so in einen Abend voll Zuversicht. Von dem Chor herab ließ Susanne Kapfer in der Arie „Lobgesang auf die heilige Jungfrau“ von Josef Haas ihren Sopran jubilieren, feinsinnig begleitet von Plomer und in Korrespondenz mit Thomas Deisenhofer an der Klarinette, der sein Instrument kongenial zur Sängerin zum Jauchzen brachte. „Ich sehe dich in tausend Bildern, Maria, lieblich ausgedrückt…“, zitierte Pater Sascha-Philipp Geißler den Dichter Novalis. So sehen die Gläubigen Mutter Jesu: Sie ist die eine, die in tausend Bildern für alle da ist. So auch in der Wallfahrtskirche Herrgottsruh, wo unzählige Besucher den Worten und der Musik lauschten.
Mit Luigi Cherubinis und J.S. Bachs/Ch. Gounods „Ave Maria“ sang die Sopranistin und spielten die beiden Instrumentalisten Perlen der Kirchenmusik. Auch mit dem „Ave Maria“ von Pietro Mascagni überzeugte die Solistin in der gesanglichen Huldigung der Gottesmutter, bei der sich die ganze Fülle ihres Soprans entfaltete. Es folgte ein Orgelsolo aus der Feder von Flor Peeters. Dessen „Toccata sur Ave Maris Stella“, die aus dem späten 20. Jahrhundert datiert, erklang unter dem Tastenschlag von Plomer mit großer Inspiration. Das Adagio aus dem Klarinettenkonzert (D-Dur) gehört zu Mozarts bekanntesten Stücken und Deisenhofer spielte mit warmer Nuancierung, begleitet von Plomer an der Orgel. „Sub tuum praesidium“ ist eines der ältesten Mariengebete. In dem Duett in der Vertonung Mozarts stellten sich die Stimmen von Susanne und ihrem Vater Claus unter marianischen Schutz.
Das Timbre der jungen Sängerin, das auch in hoher Lage nicht an Substanz verliert und nur vereinzelt Spitzentöne ein wenig zu grell wirken ließ, sandte zum Schluss mit dem Segenslied „Gott sei mit dir“ von Andrew Lloyd Webber samtig fließende, warm leuchtende Klangwogen in den Raum, um sanft zu verklingen. Die Zuhörer waren nach einer Stunde emotionaler Achterbahnfahrt begeistert.