So viele Höhenmeter wie er bezwingen nicht viele mit reiner Muskelkraft. Im Vorjahr waren es 150 000 Meter, die er mit dem Mountainbike bergauf gefahren ist. Und ausgerechnet Jürgen Sedlmair stellt als seine Lieblings-Laufstrecke einen denkbar flachen Kurs vor. Von Andreas Schmidt Von Andreas SChmidt

Friedberg So viele Höhenmeter wie er bezwingen nicht viele mit reiner Muskelkraft. Im Vorjahr waren es 150 000 Meter, die er mit dem Mountainbike bergauf gefahren ist. Und ausgerechnet Jürgen Sedlmair stellt als seine Lieblings-Laufstrecke einen denkbar flachen Kurs vor. Immerhin passt das zum morgigen Kissinger Halbmarathon (Start des Hauptlaufs um 10 Uhr), den der 46-Jährige zum siebten Mal organisiert. Zwischen Kissing und Lech, dort wo die Halbmarathonläufer dreimal eine Sieben-Kilometer-Runde drehen, läuft auch Sedlmair.
Als früherer Marathonläufer dehnt er seine Lieblingsstrecke allerdings noch etwas aus. Allerdings ist der hauptberufliche Mountainbike-Guide und -Trainer (beim Mountainbike-Tourenanbieter "Fahrtwind") derzeit üblicherweise in anderem Terrain unterwegs. Eine Woche zuvor hat er noch Touren am Gardasee geleitet. Und schon am Tag nach dem Kissinger Halbmarathon steht eine Alpen-Überquerung bevor. Im Sommer kommt Sedlmair selten aus dem Sattel. Die wenigen Tage dazwischen nutzt er eher zum Entspannen an seinem neuen Wohnort bei Rosenheim. Darum ist Sedlmair eher im Winter, wenn er regelmäßig bei Freunden im Kissinger Fitnesscenter fitpoint vorbeischaut, auf seiner Lieblings-Laufstrecke unterwegs.
Es ist quasi ein Kontrastprogramm zum steilen Bergauf und Bergab, das Sedlmair aus den Alpen gewohnt ist. Doch er weiß auch den ruhigen Laufrhythmus zu schätzen, den das Flachland ermöglicht. Und die Ausblicke auf den Auen- und Weitmannsee sowie den Lech haben auch ihren Reiz.
Richtig mit dem Laufen hat Sedlmair begonnen, nachdem er als 35-Jähriger die Fußballschuhe beim SV Mering an den Nagel gehängt hatte. 2002 lief er seinen ersten Marathon in Frankfurt und kam trotz "total falschen Trainings" wie erhofft deutlich unter vier Stunden ins Ziel: "Ich war total euphorisch." Es folgten weitere Marathons, dabei aber auch Rückschläge. In Stockholm ließ er sich unter anderem wegen zahlreicher Mückenstiche in den Zielbereich fahren.
Zwar läuft Sedlmair immer noch, aber nicht mehr mit so großem Ehrgeiz wie früher. Den Kissinger Halbmarathon will er aber künftig weiter organisieren. Als er diesen Lauf ins Leben rief, war der Verlagskaufmann noch ein Teamleiter beim Anzeigenverkauf der Augsburger Allgemeinen. Im Vorjahr hat er zunächst ausprobiert und dann den endgültigen Absprung aus dem Bürojob gewagt unter dem Motto "Lebe Deinen Traum".
Streckenverlauf Start ist am Nordrand von Kissing an der Auenstraße. (Parken in der Peterhofstraße). Die Bahnlinie überqueren, dann gleich rechts in den Feldweg abbiegen. Darauf etwa einen Kilometer in Richtung Norden, bis man auf den großen Kiesweg trifft. Dort auf dem Lechdamm immer geradeaus in Richtung Süden. Zunächst vorbei am Auensee. Nach etwa vier Kilometern auf dem Damm ist der Weitmannsee in Sichtweite. Nun soweit möglich am westlichen Seeufer entlang Richtung Süden. Zum Südufer zweigt ein Trampelpfad Richtung Osten ab. Nach der Umrundung des Weitmannsees kehrt man zurück auf den Kiesweg diesmal in Richtung Norden. Kurz darauf bei der nächsten Möglichkeit nach links abbiegen und dann zwei Kilometer weiter unmittelbar am Lechufer, bis rechts der weiße Hasit-Betonturm in Sichtweite kommt. Dann rechts abbiegen und am Ostufer des Auensees zurück zum Ausgangspunkt.
Infos im Internet zum Kissinger Halbmarathon am Sonntag unter
www.kissingermarathon.de
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: