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Arbeitskreis: Per Bürgerentscheid zum Ringverkehr?

Arbeitskreis

Per Bürgerentscheid zum Ringverkehr?

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    Selbst Hofausfahrten wie hier bei Mode Seiler müssen Abbiegepfeile aufweisen, sonst würden die Besitzer im Falle eines Unfalls bei Fahrt in die Gegenrichtung der Einbahnstraße mit haftbar werden. Der Arbeitskreis Feldversuch wird sich damit morgen wohl befassen.
    Selbst Hofausfahrten wie hier bei Mode Seiler müssen Abbiegepfeile aufweisen, sonst würden die Besitzer im Falle eines Unfalls bei Fahrt in die Gegenrichtung der Einbahnstraße mit haftbar werden. Der Arbeitskreis Feldversuch wird sich damit morgen wohl befassen. Foto: Foto: Anton Schlickenrieder

    Mering Zwei Monate lang läuft er nun schon, der Feldversuch Einbahnstraßenregelung in der Marktgemeinde. Zeit genug für erste Erfahrungen – auch wenn diese geprägt sind von der Baustelle/Sperrung an der Münchener Straße. Die Meinungen in Mering gehen weit auseinander. Von daher wird es sicherlich sehr interessant werden zu hören, was die Teilnehmer im Arbeitskreis diesmal zusammentragen. Treffpunkt ist am Donnerstag, 14. Juli, um 19.30 Uhr im Papst-Johannes-Haus.

    Weil die Ansichten so stark differieren, hat Bürgermeister Hans-Dieter Kandler der Friedberger Allgemeinen gegenüber schon angekündigt, am Ende „den Souverän“ entscheiden lassen zu wollen. Er regt ein Ratsbegehren zum Ringverkehr an, um den Weg frei zu machen für einen Bürgerentscheid. Dieser wird wohl erst nach Ablauf des Feldversuchs stattfinden – dies ist im Mai kommenden Jahres. Zwar soll der Neubau der Paarbrücke heuer im Oktober abgeschlossen werden, der Feldversuch läuft aber weiter, um Erkenntnisse zu erhalten auch ohne die Umleitung über die Zettlerstraße.

    Auch die Geschäftswelt ist gespalten. Einerseits ging ja von Mering Aktuell der Anstoß für den Feldversuch aus. Max Seiler (Modehaus) aber kann nur Nachteile des Ringverkehrs ausmachen. Er wurde von einem Kunden darauf hingewiesen, dass er für seine Hofausfahrt einen Hinweispfeil auf die Fahrtrichtung benötigt, will er nicht mit haftbar gemacht werden, falls etwas passiert, wenn ein Kunde entgegen der Einbahnstraße fährt. Die Schilder hat der Bauhof inzwischen aufgestellt. Laut Seiler ist die Kundenfrequenz stärker zurückgegangen – und das führt er nicht auf die fehlende Paarbrücke zurück.

    Der Unternehmer Hans Reich, der in der Münchener Straße sein Metzgereihauptgeschäft hat, ist ganz anderer Meinung: „Ich finde es schade, dass die Neuregelung nicht angenommen wird.“ Er sieht darin eine Chance, denn die Lebensqualität im Ort habe sich verbessert. „Ein Fehler war es aber, die Einbahnstraße gleichzeitig mit den Neubau der Brücke einzuführen“, sagt der Metzgermeister. Beide Maßnahmen seien zu viel für die Bevölkerung gewesen. Der Unternehmer hat bereits erste Umsatzeinbußen zu spüren bekommen. Die führt er jedoch nicht ausschließlich auf den Feldversuch zurück. „Ich vermute eher, dass es daran liegt, dass die Paarbrücke geschlossen ist.“ Die Situation in den vergangenen Jahren sei nicht gut gewesen und so hätte man reagieren müssen. „Jetzt sind alle gefragt, etwas dazu tun, damit sich etwas ändert in Mering“, sagt Reich.

    Franz Sedlmeir, Ehren-Kolpingvorsitzender und Anwohner in der Westendstraße, hatte zunächst in erster Linie Bedenken, ob der Feldversuch die Situation in der Bouttevillestraße nicht noch verschärfen würde. „Das ist zum Glück nicht eingetroffen“, sagt er. Der Meringer sah in den Treffen des Arbeitskreises eine Chance, aktiv an dem Konzept mitzuwirken. „Ich ging an die Sache unter der Devise ,Egal, was rauskommt, es muss etwas gemacht werden‘ heran“, schildert er seine Einstellung.

    Zufrieden ist Sedlmeir darüber, dass die Bouttevillestraße auf Höhe der Paar renoviert und der Gehweg wieder funktionstüchtig gemacht wird. Der Verkehr habe sich dort nicht wie befürchtet massiv gesteigert. Auch die Omnibusse stellen keine so große Behinderung dar. „Warten wir aber ab, wie es wird, wenn die Brücke geöffnet ist“, sagt er. In Bezug auf den Feldversuch selbst hofft Sedlmeir auf eine bessere Lösung. „Meiner Ansicht nach hätte es die Einbahnstraße nicht gebraucht, denn der Verkehr wird lediglich auf die anderen Straßen verlagert und die sind dafür nicht ausgelegt.“

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