Steindorf Anzusehen ist es ihr nicht. Aber die Königin der Instrumente in der Steindorfer Kirche St. Stephanus schwächelt. Das hat zum einen mit ihrem Alter und zum anderen mit äußeren Umständen zu tun. Mit einer Reihe von Benefizkonzerten soll nun der Orgel zu einer umfassenderen Restaurierung verholfen werden.
In das Spiel auf der fast 60 Jahre alten Orgel mischt sich so mancher Heuler. Und bisweilen kommt bei einem bestimmten Ton nur heiße Luft statt schöner Klang. Das ist nicht nur für das musikalisch geschulte Ohr des neuen Organisten Tobias Peschanel vernehmbar. „Etliche Register sind fast nicht mehr nutzbar, die seinerzeit verwendeten Windladen hängen an Lederriemen, die nun hart und spröde geworden sind und zu Störungen führen“, nennt der Organist einige der „Krankheiten“ der Orgel.
Die Windlade ist der Teil einer Orgel, auf der fast alle Pfeifen aufgestellt sind und diese mit Luft versorgt. An den Windladen enden die Spiel- und die Registertraktur. Die Windlade ist der Teil der Orgel, der regelt, dass nur jene Pfeifen klingen, für die das zugehörige Register gezogen und gleichzeitig die zugehörige Taste gedrückt ist.
Schon 1829 wurde ein Orgelbau ins Auge gefasst und 1830 realisiert, 1868 und 1926 eine neue gebaut, berichtet Michael Kreuzer, der lange in St. Stephanus die Orgel spielte und später den Chor unter seiner Dirigentschaft hatte. Im Jahr 1957 wurde unter Verwendung noch verwertbarer Teile der alten eine neue Orgel von Max Offner aus Kissing gebaut und von Professor Göttler und Pfarrer Heinrich Zeller disponiert. Als 1964 die zweite Empore abgetragen wurde, erfuhr die Offner-Orgel noch einmal eine Generalsanierung. In den vergangenen Jahren wurde die Orgel nicht verändert, nur sporadisch gewartet. Bedingt durch das Alter und keinerlei Neuausrichtung des Instruments wird über eine grundlegende Renovierung nachgedacht.
Jetzt soll die umfangreiche Aufgabe in Angriff genommen werden. 28 Register und 1600 Pfeifen müssen gereinigt oder ausgewechselt werden, die Windladen werden gegen bewährte Schleifladen ausgetauscht. Die Schleiflade hat ihren Namen durch eine andere Art der Ventildichtung und Registersteuerung und hat sich in den letzten Jahren im Orgelbau etabliert.
Viele Gespräche sind noch nötig.
Zudem wird der Orgeltisch verlegt und modernisiert. Noch sind viele Gespräche mit Organisten, Orgelbaufachleuten und anderen Fachleuten nötig; Orgelfachmann Pater Stephan Kling hat seine Unterstützung zugesagt. „Ziel der Benefizkonzerte ist es, Gelder zu akquirieren, um die Restaurierung zu begleiten und die kirchenmusikalische Arbeit zu unterstützen“, umreißt Pfarrer Matawa die Maßnahme der Restaurierung. Und Ideen, wie das große Projekt außerdem unterstützt werden kann, gibt es bereits.
Zugunsten der Orgel ist am 18. Dezember um 16 Uhr bei freiem Eintritt ein Weihnachtskonzert in St. Stephanus in Steindorf zu hören.