Es sind nur zwei, drei kräftige Sprünge, dann kann der elfjährige Christian schon über das Netz hinwegschauen, das das private Trampolin der Familie Hasson umspannt. „Von außen sieht das ganz leicht aus“, erläutert Christians Vater Helmut. „Aber wenn Sie es einmal selbst probieren, dann merken Sie, wie anstrengend es ist.“
Die meisten Erwachsenen seien nach drei Minuten außer Puste, berichtet Hasson. Dem Kissinger und seinen beiden Söhnen Christian (11) und Manuel (13) ist das Trampolinspringen dagegen längst in Fleisch und Blut übergegangen. Zusammen mit seiner Frau Michaela (38) betreibt Helmut Hasson seit 1996 die Kissinger Firma Trampolinwelt. „Mit dem Start der diesjährigen Freibadsaison feiern wir unser 15. Jubiläum“, sagt der 39-Jährige. Und das an elf Orten gleichzeitig: Denn in so vielen Schwimmbädern in ganz Bayern stehen die Großtrampoline des Familienbetriebs.
Angefangen hat alles im Augsburger Spickelbad, dem „Fribbe“. Dort stellten die Hassons in der Badesaison ’96 ihre erste, achtteilige Trampolinanlage auf. Jeweils für fünf Minuten konnten die Badegäste sich dort unter Aufsicht gegen eine Gebühr auf den Sprungtüchern probieren. Die Idee kam so gut an, dass die Hassons auch in anderen Bädern nach und nach ihre Anlagen installierten. Heute hüpfen von Bobingen über Landsberg und Günzburg, Neuburg und Nördlingen bis Landshut und Ingolstadt jede Saison Hunderte von Badegästen auf den Hasson’schen Anlagen. Die Ursprungsanlage aus dem Fribbe steht heute im Augsburger Familienbad.
Geschäft ist vor allem vom Wetter abhängig
Fünf Minuten Hüpfen kosten dort 1,20 Euro, günstiger wird’s mit der Zehnerkarte. „Rund zwölf heiße Tage benötigen wir pro Monat, damit sich das Ganze rechnet“, erläutert Michaela Hasson. Das ist nicht immer einfach. Denn das Geschäft mit den Sprunganlagen in Freibädern ist vor allem vom Wetter abhängig. „Im letzten Jahr war der Sommer so schlecht – da haben wir unterm Strich draufgezahlt“, sagt Michaela Hasson. Aber auch ein zu heißer Sommer sei nicht optimal fürs Geschäft: „Wenn die Sonne so brennt, lassen die Eltern ihre Kinder nur ungern aufs Trampolin.“ Gleichzeitig fallen stets die laufenden Kosten für Instandhaltung, Versicherung und die insgesamt 35 Helfer an, die in den Schwimmbädern das Kassieren und die Aufsicht über die Anlagen übernehmen. Weil die Einnahmen daher kräftig schwanken können, betreiben die Hassons das Trampolingeschäft nur im Nebenerwerb. Zusätzliche Einnahmen bringt alljährlich der Aufbau einer Anlage bei Veranstaltungen wie dem Stadtberger Stadtfest. Dort sind die Hassons schon seit 1997 regelmäßig präsent.
Überdies hat Helmut Hasson den Vertrieb an Privatleute für den Stuttgarter Trampolinhersteller Eurotramp übernommen. Die Spezialfirma stellt hauptsächlich Trampoline für Sportwettkämpfe her. Sie verkauft aber auch Kleintrampoline für Kindergärten und große Anlagen für Urlaubsorte. Aus diesem Grund hat Helmut Hasson schon Trampolinanlagen im Bayerischen Wald aufgebaut, im Zillertal – oder im türkischen Antalya. „Wir machen das Geschäft ja nur nebenbei“, sagt der Kissinger. „Das Wichtigste ist daher, dass wir Spaß dabei haben.“ Das ist vor allem dann der Fall, wenn auch die springenden Kunden zufrieden sind. Das können durchaus auch einmal prominente Hüpfgäste sein. So versuchten sich auch die drei Jungs der Dillinger Rockband Killerpilze nach einem Auftritt beim Stadtberger Stadtfest auf den Hasson’schen Trampolinen. „Die waren so begeistert – die wollten gar nicht mehr aufhören“, erzählt Michaela Hasson. „Ihr Manager hatte seine liebe Not, die drei von den Trampolins wegzulotsen.“
Weitere Infos im Internet unter www.trampolinwelt.de