Kissing. Im Kindergarten Kunterbunt geht eine Projektphase zu Ende. Nach intensiver Begleitung durch Sprachberaterin Jutta Heim-Sperlich wurde die Einrichtung von Staatsministerin Christine Haderthauer zertifiziert. Von Januar 2009 bis März 2010 beteiligte sich der Kindergarten am Projekt "Sprachberatung in Kindertageseinrichtungen". Im Verlauf der 15 Monate arbeiteten das gesamte Kunterbunt-Team mit der Sprachberaterin zusammen, um auf spielerische Weise die Sprachentwicklung der Kinder zu fördern.
Grundlage ist die Umsetzung des bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans, nach dem die Sprachkompetenz als Schlüsselqualifikation für schulischen und beruflichen Erfolg sowie die Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben herausgehoben wird. Dabei richtet sich das Augenmerk des Projekts nicht auf Kinder mit Migrationshintergrund, sondern auf die Sprachentwicklung und Erkennung von Sprachauffälligkeiten aller Kinder. Der AWO-Kindergarten ist die erste Kindertageseinrichtung im Landkreis, die an diesem Projekt teilnahm und es bereits abschließen konnte, so erklärte Doris Stadler. Im Auftrag des Landrats übergab die Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen in einer kleinen Feierstunde das Zertifikat des Staatsministeriums. "Wir haben viele neue Impulse bekommen", so resümmierte Kindergartenleiterin Gertrud Kefer-Gröb. Sie stellte auch den großen Gewinn für das Gesamtteam heraus. In zahlreichen Sitzungen mit der Sprachberaterin und gemeinsamen Fortbildungen an Wochenenden sei auch das Gemeinschaftsgefühl sehr gestärkt worden.
"Wir haben gelernt, die Kinder ganz anders zu beobachten und zu begleiten. Auch die Eltern wurden in die fruchtbare Arbeit mit einbezogen", so erklärt die Kindergartenleiterin den Gästen. Zur Zertifikatsübergabe war auch Kissings Bürgermeister Manfred Wolf gekommen. Er zeigte sich dankbar für die Impulse von außen, "die mit Sicherheit uns allen zugutekommen". Als Vorsitzender der AWO-Ortsgruppe Kissing und stellvertretender Bezirksleiter beglückwünschte Günter Vogt die Einrichtung seines Verbands. Besonders zufrieden zeigte sich Hans Scheiterbauer-Pullkinen als Referent für Kinder- und Jugendhilfe bei der AWO Schwaben, dass die Sprachberaterin aus eigenen Reihen rekrutiert werden konnte.
Der Bezirksverband beschäftigt zwei freiberufliche Sprachberaterinnen, die jedoch nicht nur AWO-Einrichtungen bedienen. Auch ein Waldkindergarten, Kindertagesstätten kirchlicher Träger und ein Hort gehören zu den Teilnehmern am Sprachberatungsprojekt. Bis zum Abschluss des Pilotprojekts im Jahr 2011 können 25 Beratungen durchgeführt werden.
Wie kreativ die sprachliche Bildung der Kinder optimiert wird, zeigte Gertrud Kefer-Gröb den Gästen in einer bunten Bilderschau. Vor allem in den Lernwerkstätten wird begeistert gearbeitet.
Auskunft über eine Sprachberatung für Kindertageseinrichtungen gibt Doris Stadler, Fachberaterin für Kindertagesstätten im Landratsamt Aichach-Friedberg, Telefon (08 21) 60 99 93 22.