Faschings-Vergnügen pur bei der zehnten „Burgammer Narren-Sitzung“


Burgau Zehn Jahre „Burgammer-Narren-Sitzung“ der Gruppe m+m’s, das war für die jungen Leute ein besonderer Ansporn, ihren Gästen in der Kapuzinerhalle eine amüsante Faschingsveranstaltung zu bieten. Durch den Abend führten wie immer Benji und Manu, die sich mittlerweile eine professionelle Routine erarbeitet haben und heiter-relaxed die Narrensitzung moderierten. Gekommen waren die alten Freunde, die traditionell bei den m+m’s auftreten. Zum einen die Narren-Vereine vor Ort, Burgavia und Knoronia. Die Showtanzgruppe Victory, die ihrem Tanz in dieser Saison einen stärker erzählerischen Charakter gibt, gehört ebenso zur Stammbesetzung wie die Zusamtaler Bettschoner, die mit großem Programm den Auftakt des Abends bestritten.
Höllisch heißer Showtanz
Mit dem eigenen Hofmarschall als Moderator begleiteten sie die Besucher durch die „schwarz-weißen“- Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts: Die Roaring Twenties mit kurz berockten Damen, die in Fransenkleidern bei Charleston und Jimmy die Aufbruchstimmung tanzend umsetzten, machten den Anfang. Mafia und Burlesk-Tänzerinnen folgten bis schließlich sich alles bei Boogie-Woogie und Rock’n’ Roll in Bewegung auflöste. Die Kötzer Narren schickten ihre Garde und das Prinzenpaar für einen Kurzauftritt in die Kapuzinerhalle. Die Knoronia begeisterte mit ihrem höllisch heißen Showtanz. Der Burgavia kam das Privileg der Mitternachtsshow zu, die sie mit Bravour mit ihrem Musical „Fuente de Vida“ bestritt. Mit den Gundelfinger Glinken und der Bachtalia präsentierten die m+m´s zwei Faschingsvereine aus dem Landkreis Dillingen.
Die Bachtalia, in Burgau für ihre enorm akrobatische Show bekannt, zeigte zur Jubiläumsveranstaltung Menschenpyramiden aller Art in immer neuen Konstellationen und den unterschiedlichsten Figuren. Aber auch tänzerisch hatten die Narren aus Syrgenstein einiges drauf. Als schwarz gewandete Roboter mit abwechselnd blau und rot reflektierenden Nähten zeigten die 17 Tänzer, darunter sechs bärenstarke Kerle, eine futuristische Show. Immer wieder reine Bewunderung und Hochachtung ertanzt sich Selina, das Tanzmariechen der Bachtalia, das scheinbar keine Knochen im Leib hat und den Gesetzen der Schwerkraft nur bedingt zu unterliegen scheint. Begeisternd tanzte auch das Gundelfinger Prinzenpaar.
Mitreißende Sketche
Das Männerballett unternahm eine Zeitreise durch die Bully Herbig-Filme vom Schuh des Manitu bis zum (T)raumschiff Surprise und hatte damit natürlich die Lacher von Beginn an auf seiner Seite. Die Showtanzgruppe überzeugte zu später Stunde mit einem mitreißenden Rock’n’ Roll-Auftritt. Beliebt und immer wieder amüsant bei den „Burgammer Narrensitzungen“, sind die eingestreuten Sketche. Ohne Frau Baumann und Frau Hank keine m+m´s Narrensitzung. Diesmal führte der Anruf der Tochter, die ihre Verlobung lösen will, zum handfesten Streit zwischen Berta und Schorsch, denn schnell geht es nicht mehr um´s Mädle sondern ums Grundsätzliche und die Frage: Wie viel Partner ist erträglich? Und da gehen die Meinungen weit auseinander.
Auch Rita Popp glänzte wieder auf der Bühne. Als Marktfrau, die sich an keine Ordnung hält und deshalb auf die Polizeistation vorgeladen wird, entpuppt sie sich schnell als eine Person, mit der Kommunikation unmöglich ist, was zum Gaudium der Zuschauer zu abstrusen Antworten und Dauermissverständnissen führt. Auch die Truppe der m+m´s selbst steuerte einen Sketch bei. Ort der Handlung: die Herrentoilette. Thema: was tun, wenn zwei Hände nicht ausreichen?
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