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16. Juni 2010 19:35 Uhr

Arbeiten aus dem offenen Hubschrauber

Burgau Der Hubschrauber fliegt ganz nah an die Stromleitung heran und bleibt in der Luft stehen. Die Tür ist offen. Der RWE-Monteur Christian Johann sitzt auf einem Brett, das aus der Tür herausragt. Seine Beine baumeln in der Luft. "Das sieht von unten spektakulärer aus, als es tatsächlich ist", behauptet er. Schließlich sei er optimal gesichert, da könne nichts passieren. Seine Aufgabe ist es, aus dem Hubschrauber heraus Vogelschutzmarkierungen an der Leitung anzubringen.

Es ist die letzte Maßnahme an den Leitungen des neuen Umspannwerks der Lechwerke in der Röfinger Straße am Bahndamm in Burgau, die im Sommer vollständig in Betrieb genommen werden sollen.

Die Vogelschutzmarkierungen waren eine Auflage der Naturschutzbehörde, erklärt Günther Klein, Projektleiter der LEW. Die Leitungen führen durch einen Vogelzugkorridor, weshalb die Gefahr hier besonders groß sei, dass Vögel gegen die Leitungen fliegen und sich verletzen. In Studien sei belegt worden, dass sich die Zahl der auf diese Weise verunglückten Vögel mithilfe der Markierungen um 90 Prozent reduziere. Der Strom, der durch die 110 000-Volt-Leitung fließt, sei für die Vögel nicht das Problem, fügt Richard Agerer, Sprecher der LEW, hinzu. Es gehe um die Gefahr des Hindernisses, das die Leitung für die Vögel darstelle.

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Die Markierungen bestehen aus zweifarbigen Kunststofflamellen, die sich im Wind bewegen. So werden sie von den Vögeln am besten gesehen, erklärt Agerer. Für die Lechwerke ist es eine Premiere, bislang haben sie noch nie Vogelschutzmarkierungen eingesetzt. Das hänge grundsätzlich von der Natur- und Vogelschutzsituation ab. Im Bereich der neuen Leitungen gebe es eine sehr große Artenvielfalt und es sei eine Durchflugschneise für Vögel, so Agerer.

Da die Vögel Erfahrungen zufolge eher hoch fliegen, wurde in diesem Bereich darauf geachtet, die Masten so niedrig wie möglich zu halten, zwischen 30 und 32 Meter. Deshalb genüge es auch, die Markierungen nur an der obersten Leitung anzubringen, sagt Agerer. 160 davon werden insgesamt auf einer Länge von 5,2 Kilometern montiert, im Abstand von 25 Metern. 40 000 Euro kostet das Anbringen der Markierungen. Eine Alternative zum Anbringen aus dem Hubschrauber heraus gibt es laut Günther Klein nicht: "Würden wir einen speziellen Wagen auf den Leitungen fahren lassen, würden sich diese drehen und die Markierungen schräg montiert werden." Dadurch hätten sie aber nicht die gewünschte Wirkung.

Wind und Regen behindern die Arbeiten

Das Team im Hubschrauber musste am Mittwoch immer wieder pausieren. Bei zu viel Wind und vor allem bei Regen können sie ihre Arbeit nicht durchführen. Pilot Christian Tyrok von Rotorflug erklärt, dass wegen der offenen Tür der Regen in den Hubschrauber komme und dadurch Probleme mit der Elektronik entstehen könnten. Bei zu starkem Wind bestehe ebenfalls ein Sicherheitsrisiko. Das Team ist immer in der gleichen Besetzung unterwegs. "Vertrauen ist bei unserer Arbeit wichtig", sagt Tyrok.

Am Mittwoch war zwar kein Strom auf der Leitung, weil noch an anderer Stelle Arbeiten durchgeführt wurden. Für das Hubschrauber-Team wäre diese Maßnahme aber nicht notwendig gewesen. Sie führen auch regelmäßig Reparaturen an Leitungen durch, die unter Spannung stehen.

Nur knapp eine Minute braucht Johann, um eine einzelne Markierung zu montieren. Er hängt sie erst ein und umwickelt sie dann mit einer Stahl-Aluminium-Spirale. Bis Freitag wollen sie fertig sein, wenn es das Wetter zulässt.

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