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01. Februar 2012 12:13 Uhr

Klausurtagung

Aufzug in die Oberstadt

Freie Wähler halten eine solche barrierefreie Verbindung von der Ichenhauser Straße zur Günzburger Innenstadt für die bessere Lösung. Leerstands- und Freiflächenmanagement soll ins Leben gerufen werden

Günzburg Mit einem breit gefächerten Themenfeld haben sich die Freien Wähler Günzburgs bei ihrer Winterklausurtagung auseinandergesetzt. Großen Raum nahmen dabei die Themen Stadtentwicklung und Verkehr in Anspruch.

Die Freien Wähler schlagen vor, für Kernstadt und Stadtteile ein Leerstands- bzw. Freiflächenmanagement ins Leben zu rufen. Damit sollen alle Freiflächen zentral erfasst werden, um sodann über die Stadt mit den Eigentümern in Kontakt zu treten, eine mögliche Vermarktung mit fairen Bedingungen auszuloten und im besten Falle – ohne für diesen Service eine Gebühr zu erheben – in die Wege zu leiten. Vielleicht, so Zweiter Bürgermeister Anton Gollmitzer, ergebe sich dadurch für manche Grundstückseigentümer der Anreiz, sich doch für einen Verkauf entschließen zu können.

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Seniorengerechter Wohnungsbau

Wo früher Grundstücke für eigene Kinder oder Familienangehörige reserviert geblieben seien, habe sich im Lauf der Zeit eine andere Basis der Lebensplanung ergeben. Da man von der jüngeren Generation immer mehr Mobilität und Bereitschaft zur Existenzgründung außerhalb des ehemaligen Heimatorts verlange, befasse sich mancher Grundstückseigentümer mit anderen Plänen zur Weitergabe seiner Vermögenswerte.

Diese als „Baulückenbörse“ zu verstehende Initiative sei bei vielen Städten auf positive Resonanz gestoßen und sei wert, auch in Günzburg in Angriff genommen zu werden. Ähnliches gelte für die Erfassung von leer stehenden Räumen und nicht mehr genutzten ehemaligen Gewerbeflächen in der Innenstadt und in den Stadtteilen für eine Erfassung in einem Immobilien- und Flächenkataster. Auf die Förderung von seniorengerechtem Wohnungsbau wollen die Freien Wähler ein weiteres Augenmerk richten. Dies gelte in gleicher Weise für den privaten Bauherrn als auch für Sanierungsmaßnahmen durch die Stadtbau GmbH. Vielfach seien bei Neubauten, die manch älteren Menschen auf den ersten Blick geeignet erscheinen, infolge kostensparender Ausführung dann doch eher ungeeignete Einbauten vorgenommen. Das beginne bereits beim Fehlen eines ebenerdigen Zugangs, bei der Erreichbarkeit der oberen Stockwerke ohne Aufzug, bei der Innenraumgestaltung ohne Stufen, bei der Breite der Türen, der Badezimmerausrüstung und einer rollstuhlgeeigneten Raumgestaltung.

Man könne sich durchaus vorstellen, so Bürgermeister Gollmitzer, dass für seniorengerechtes Bauen und Sanieren finanzielle Zuschüsse gewährt werden. Dem seniorengerechten Raumbedarf sei daher bei neuem Wohnungsbau, wie zum Beispiel beim Lutz-Areal, besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Gleichwohl ist es für die Freien Wähler wichtig, ausreichend Gelegenheit und Platz für junge Familien zu schaffen.

Kosten sind noch zu ermitteln

Bei dem im Zuge der Bebauung des ehemaligen Radbrauerei-Geländes angedachten Weg von der Ichenhauser Straße hinauf zur Oberstadt denken die Freien Wähler an eine Lösung, die allen Nutzern gerecht werden könnte. Demnach soll von der Stadt geprüft werden, welche Kosten für einen Aufzug an dieser Stelle entstehen würden. Den Freien Wählern sei klar, dass Bau- und Unterhaltskosten gegengerechnet werden müssen, dass aber letztlich auch eine aufwendigere Ausführung, gerade im Hinblick auf einen barrierefreien Zugang zur Oberstadt, die letztendlich bessere Lösung darstellen würde.

Bezüglich einer optimierten Zugangsmöglichkeit vom Degele-Parkplatz in Richtung Sparkasse und Lannionplatz werde der bestehende Antrag weiter verfolgt, wonach in die Begrenzungsmauer des Sparkassen-Parkplatzes eine Öffnung für Fußgänger geschaffen werden soll.

Zweifel an Verkehrsberuhigung

Mit intensiven Diskussionen wurden Probleme im Bereich des Straßenverkehrs beleuchtet. Die Verkehrsbelastung der Ulmer Straße stelle hier, so Stadtrat Wolfgang Hackel, eine besondere Herausforderung dar. Ob eine angedachte Verkehrsberuhigung der Ulmer Straße mit Einbauten zur Verkehrsberuhigung erreicht werden könne, bezweifeln die Freien Wähler. Da sich das Verkehrsaufkommen, abgesehen vom Schwerverkehr, künftig nicht allzu deutlich reduzieren werde, würden solche Maßnahmen eher zu einer Behinderung als zu einer Optimierung des Verkehrsflusses beitragen. Allerdings müssten für Fußgänger an mehreren Stellen geeignete Übergänge geschaffen werden, um gefahrloses Überqueren zu ermöglichen. Besonders gelte dies im Bereich des Friedhofs und im Bereich zwischen Weißenhorner Straße und Pfarrhofplatz.

Für den Josef-Seitz-Platz und den Pfarrhofplatz wünschen sich die Freien Wähler einen Kreisverkehr.

Noch nicht aus dem Fokus gerückt, so Fraktionsvorsitzender Manfred Proksch, ist die seit Langem geforderte Südumfahrung von Bubesheim, Wasserburg und Denzingen. Bedauerlich finden die Freien Wähler, dass beim Bau der neuen B16 ihre Anregung kein Gehör gefunden hatte, an der Einmündung in die Geschwister-Scholl-Straße eine direkte Abbiegespur in Richtung Autobahn zu realisieren. Dies würde viele Verkehrsteilnehmer dazu bewegen, von der Stadt in Richtung Autobahn nicht mehr durch den Ortskern von Denzingen zu fahren. Deshalb soll dieser Vorschlag nochmals vorgetragen werden. (pm)

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