Memmingen/Ichenhausen Der sogenannte Autowühler muss für fünfeinhalb Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Memmingen hat den 26-Jährigen jetzt wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung und einigen Diebstählen verurteilt. Sein Kumpane geht für drei Jahre ins Gefängnis. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden jungen Männer versucht hatten, einen 75-Jährigen im Vorraum einer Bank in Ichenhausen zu überfallen.
Der 26-Jährige aus dem südlichen Landkreis hatte monatelang unversperrte Autos durchwühlt und Bargeld oder EC-Karten daraus gestohlen. Die Polizei ging davon aus, dass der 26-Jährige etwa 4000 Euro Beute gemacht hatte. Mit den Autos war er nachts mitunter umhergefahren, ohne selber einen gültigen Führerschein zu haben, hieß es von der Polizei. Betroffen waren vor allem die Autofahrer im südlichen Landkreis Günzburg, aber auch die Unterallgäuer. An die 50 Autos soll der 26-Jährige der Kemptener Polizei zufolge durchsucht haben. Die Beamten waren ihm schließlich mithilfe der DNA-Spuren auf die Schliche gekommen – die hatte der 26-Jährige bei seinen Streifzügen in den Autos hinterlassen. Wegen früherer Delikte seien die genetischen Spuren des 26-Jährigen der Polizei bereits bekannt gewesen, hatten die Beamten nach der Festnahme im Sommer 2011 erklärt.
Versuchte schwere räuberische Erpressung lautete die Anklage jetzt, weil die ermittelnden Polizeibeamten ihn in Verdacht hatten, auch für einen Überfall auf einen 75-jährigen Mann verantwortlich zu sein. Der 26-Jährige wurde beschuldigt, den Mann im Februar im Vorraum einer Bank in Ichenhausen mit einem Messer bedroht zu haben, damit der Mann seine EC-Karte herausrückt. Der 75-Jährige hatte sich aber offenbar gewährt, indem er laut um Hilfe rief und schrie, wie die Polizei berichtet hatte. Der 26-Jährige soll daraufhin geflohen sein.
An diesem Raubüberfall soll auch ein damals 22-Jähriger beteiligt gewesen sein, der aus dem Landkreis Günzburg stammt. Er wurde jetzt zu drei Jahren Haft verurteilt. (kabe)