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Projekt: Bäume statt Blumen

Projekt

Bäume statt Blumen

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    „Ich wollte keine Geschenkkörbe, sondern Bäume.“Christian Doll
    „Ich wollte keine Geschenkkörbe, sondern Bäume.“Christian Doll

    Burgau Zum 50. Geburtstag dürfen die Wünsche schon mal außergewöhnlich sein. Die einen träumen von einer langen Reise, andere von einem sportlichen Auto oder einfach nur von einem großen Fest mit der Familie und Freunden. Christian Doll aus Burgau hat sich gleich einen ganzen Wald gewünscht, besser gesagt 500 Bäume, die er in und um Burgau pflanzen möchte. Die ersten 200 Pflanzen des Projekts „Bienenwald“ wachsen bereits in der Nähe der Pyrolyse. Mittlerweile wurde sogar eine Stiftung gegründet. 7000 Euro sind bereits zusammengekommen, mit denen das Projekt in die Tat umgesetzt werden soll.

    „Ich wollte keine Geschenkkörbe, sondern Bäume“, bringt es der 50-jährige Burgauer auf den Punkt. Er wollte etwas Nachhaltiges, etwas Heimisches. Etwas, auf das man noch Jahre zurückblicken und gemeinsam mit Freunden und Bekannten genießen kann. Und so reifte in ihm der Wunsch, Bäume zu pflanzen. 50 – eine Anzahl, die einem in Hinblick auf seinen Geburtstag zuerst in den Sinn kommt – seien zu wenig gewesen. Dann doch lieber 500. Zahlreiche Unterstützer waren schnell gefunden. Seine Geburtstagsgäste wurden zu „Bienenwaldmenschen“ und wollten sich an dem Projekt beteiligen – finanziell und mit der nötigen Muskelkraft.

    Doch damit begannen auch die Probleme. Denn wohin mit so vielen Bäumen? Bei der Stadtverwaltung kam die Idee nach Angaben von Doll „super an“, und zusammen mit Bürgermeister Konrad Barm und Stadtbaumeister Werner Mihatsch wurde eine Lösung gefunden: Auf dem Gebiet „Schafweide“ in der Nähe der Pyrolyse wird der erste Projektabschnitt verwirklicht. Circa 30 Unterstützer rückten vor knapp vier Wochen mit ihren Harken an und pflanzten ihre Bäume und Sträucher. Natürlich erhielt jede Pflanze den Namen ihres Paten. „Für mich blieb nur eine Stachelbeere übrig“, sagt Doll mit einem Schmunzeln. Aber immerhin heißt Ribes grossularia, so der lateinische Name der Pflanze, jetzt offiziell Christian. Daneben steht eine Zitterpapel Michael, eine Sommerlinde Maria, eine Rotbuche Ralf, ein Haselnussstrauch namens Hans und der zweigrifflige Weißdorn Pierre. Unterstützung erhielten die Pflanzer vom Landratsamt und der Unteren Naturschützbehörde sowie vom ehemaligen Leiter des Botanischen Gartens in München, Rudi Müller. Die Experten wussten, wo welche Bäume am besten wachsen und welche Standorte sich besonders eignen. Insgesamt 200 Bäume, Sträucher und Büsche wachsen nun auf dem Gebiet der „Schafweide“. Zwei Hecken und eine bunte Blumenwiese sollen die Idylle perfekt machen. Und vor allem viele Bienen anlocken, die dem Projekt ihren Namen gaben. „Die Biene dient als Symbol für ein funktionierendes ökologisches System, das nur der Gesundheit von Boden, Luft, Wasser und Lebewesen dienen soll“, erklärt Doll. Artenreich soll es werden, keine Monokultur – und das quer durch die Markgrafenstadt. Doll stellt sich „ein grünes Band“ durch Burgau vor. Der zweite Teil des Projekts wird am anderen Ende der Stadt verwirklicht, rund um den Bienenlehrpfad in der Nähe des Seniorenheims bis hoch zum Neubaugebiet. Dort sollen im Herbst unter anderem Streuobstbäume gepflanzt werden, die alte Obstsorten tragen. Ein prominenter Pate für eine der Pflanzen ist bereits gefunden. Bürgermeister Konrad Barm hat angekündigt, einen Baum zu pflanzen. Entlang des Bienenlehrpfads sollen auch seltene Bäume wie die Weide wachsen, erklärt Doll. Sie seien besonders für die Bienen wichtig, weil sie früh blühen. Die Fichten, die derzeit in dem Gebiet stehen, sind nach Angaben von Doll krank und alt. „Die müssen ohnehin weg.“

    An ihrer Stelle sollen verschiedensten Pflanzen Wurzeln schlagen. Auch der Imkerverein Burgau hat seine Unterstützung angekündigt. „Nicht einfach nur spenden, sondern mitmachen“, so lautet die Devise der Bienenwaldstiftung. Die Bäume und Büsche stehen auf städtischem Gebiet. „Sie gehören der Stadt Burgau“, stellt Doll klar.

    Wer sich am Projekt „Bienenwald“ beteiligen möchte, erhält unter der E-Mail-Adresse info.bienenwald@web.de weitere Informationen.

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