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Musical: Begeisternde Narreteien

Musical

Begeisternde Narreteien

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    Till Eulenspiegel (Eva Seitz) ist der „König der Landstreicher“. Das muss auch der Herzog (Yvonne Hahn) erfahren. Den Zuschauern beim Musical des Johann-Breher-Kindergartens machten die Späße des Narren viel Vergnügen.
    Till Eulenspiegel (Eva Seitz) ist der „König der Landstreicher“. Das muss auch der Herzog (Yvonne Hahn) erfahren. Den Zuschauern beim Musical des Johann-Breher-Kindergartens machten die Späße des Narren viel Vergnügen. Foto: Maike Rebenstorff

    Jettingen-Scheppach „Nennt mich Professor Eulenspiegel! Ich lehre da, wo ich gerade gebraucht werde.“ Blau-rotes Narrenkostüm, ein schelmisches Grinsen im Gesicht und nur so strotzend vor Selbstbewusstsein, so stellt sich Till Eulenspiegel an der Universität Erfurt den Professoren Oberschlau und Weißnix vor. Und die sind begeistert von seinem Versprechen, er könne einem Esel nur mit einem Topf Buchstabensuppe das Lesen beibringen.

    Für knappe zwei Stunden entführten die Kindergartenkinder ihr Publikum vergangenes Wochenende ins Mittelalter, ins Herzogtum Lüneburg, wo die Katzen Angst vor Mäusen haben, Bauern steinreich und Professoren oft die größten Esel sind. Was die Kindergartenkinder des Kindergartens Johann Breher in Jettingen alle wissen: Der Esel Emil kann natürlich nicht lesen lernen. Anders als Phoebe, Emily und all die anderen Kinder, die nun als bunte Buchstabentänzer auf die Bühne stürmen und mit ihren Pompons über Buchstabensuppe singen und tanzen. Da sind schließlich alle Buchstaben drin, von A wie Affe, über V wie violett, bis hin zum Z.

    Doch trotz aller Bemühungen: Am Ende des Tages hat der Esel Emil nur das I und das A „gelernt“. Aber vielleicht waren doch nicht alle Buchstaben in der Buchstabensuppe, so die erfahrene Einschätzung des Professors Weißnix. Darüber kann Till Eulenspiegel nur lachen: „Ganz Europa soll es erfahren: Die größten Esel sind in Erfurt zu finden.“

    Mit „Till Eulenspiegel“ hat der Jettinger Kindergarten bereits das fünfte Mal ein Musical auf die Bühne gebracht – wie schon die Jahre zuvor ein Gemeinschaftswerk. Die Sprechrollen wurden von Eltern übernommen. Die etwa 30 Vorschulkinder, fünf und sechs Jahre alt, bevölkerten als mittelalterliches Volk den Marktplatz, hielten als freche Schweinebande den Sohn des Herzogs zum Narren, halfen dem Bäcker Mehlohr in der Backstube, tanzten als bunte Buchstaben über die Bühne oder gaben die gestrenge Wache des Herzogs und sangen natürlich überall fleißig mit.

    Das Mittelalter als Thema im Kindergarten

    Begleitet wurden sie dabei von der Band Déjà-vu, die das mittelalterliche Ambiente des Bühnenbilds musikalisch verstärkte. Tills Heimatdorf, der Hof des Bauern Steinreich, die Burg des Herzogs, die Backstube, die Universität Erfurt – all diese Orte hatten die Erzieherinnen in mühevoller Kleinarbeit farbenfroh und äußerst fantasievoll auf die Leinwände gezaubert. Eltern und Großeltern sorgten für das passende Gewand für Maus und Burgfräulein. „Das ist ein sehr guter Gemeinschaftszusammenhalt“, meint auch Kindergartenleiterin und Regisseurin Brigitte Vogg, „sonst würde das nicht funktionieren.“ Schließlich stehen sämtliche Beteiligte trotz der vielen Arbeit hundertprozentig hinter dem Projekt, so auch Eva Seitz, die den Till Eulenspiegel gibt: „Es macht so viel Spaß zusammen und mit den Kindern Theater zu spielen, das entlohnt für alles!“

    „Die Kinder hat das Mittelalter interessiert, also haben wir nach einem passenden Musical gesucht. Das Thema hat uns dann auch im Fasching die ganze Zeit begleitet“, berichtet die Kindergartenleiterin Brigitte Vogg. Und tatsächlich scheint es so, als hätte Till Eulenspiegel in den letzten Monaten mehr als nur ein bisschen im Kindergartenleben mitgemischt. Das Ergebnis ist beeindruckend. Kinder und Erwachsene hängen an Tills Lippen, als dieser auf dem Geburtstag des Herzogs erscheint, obwohl dessen Sohn ihn doch ausdrücklich aus dem Land verbannt hatte.

    Der Herzog beginnt zu lachen: „Du bist wirklich der größte Narr, Till Eulenspiegel, und nun steig ab von deinem Land und komm auf mein Land!“ Das lässt sich Till nicht zweimal sagen, wartet doch Pina, die Tochter des Herzogs, schon sehnsüchtig auf ihren Till. Schlusslied, tosender Applaus für die großen und kleinen Darsteller.

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