Burgau Innovatives und kundenfreundlichstes Nahverkehrskonzept, Meilenstein, interkommunales Gemeinschaftswerk, mit Individualverkehr gleichzusetzen, unkompliziert, kostengünstig, sicher und bequem, Lebensqualität bringend: All diese Komplimente darf der neue Flexibus, der am Samstagvormittag auf dem Betriebsgelände der Firma Gruber Verkehrsunternehmen seine kirchliche Weihe erhielt und in Betrieb genommen wurde, mit auf den Weg nehmen. Er verbindet nun die Stadt Burgau und die Gemeinden Dürrlauingen, Landensberg, Röfingen und Winterbach miteinander.
Horst Tusch, Geschäftsleiter des Verkehrsunternehmens Gruber Burgau und Ottobrunn, präsentierte den Flexibus. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen VW Crafter mit acht Sitzplätzen, die auch zu sechs Sitzplätzen und einem Rollstuhlplatz werden können. Durch den vertieften Einstieg an der elektrischen Beifahrertür und die Haltestangen sei eine sichere und bequeme Beförderung gewährleistet.
Insgesamt 364 Haltestellen auf einer Gebietsfläche von 66 Quadratkilometern und eine Betriebszeit von sieben Tagen in der Woche sind die Vorzüge des Flexibussystems. Zu verdanken ist dieses sehr individuelle und dennoch kostengünstige Personennahverkehrsmodell den Bürgermeistern und Gemeindegremien der Stadt Burgau und der vier Umlandgemeinden, aber auch den Gewerbetreibenden der Region, die sich so zahlreich als Flexibuspartner zur Verfügung gestellt haben, so Tusch.
Stellvertretender Landrat Dr. Josef Langenbach freute sich, dass die Nachteile des „nicht idealen“ Nahverkehrs auf dem Land durch den Flexibus aufgehoben werden. „Ich bin mir sicher, dass die Bürger der teilnehmenden Gemeinden das Angebot schnell zu schätzen wissen werden.“ Denn es steigere die Mobilität von älteren Menschen, Berufspendlern, Jugendlichen und Familien mit nur einem Auto enorm.
Burgaus Bürgermeister Konrad Barm zeigte sich stolz darauf, dass Innovation auch auf dem Lande entwickelt werden könne. „Wir starten heute ein Projekt, das ein wirkliches Gemeinschaftswerk ist!“
Karl Oberschmid, Sprecher der Holzwinkelgemeinden, wusste ein Lied vom begrenzten Nahverkehr auf den Dörfern zu singen. Wie alle anderen Redner verwies er auf die großen Verdienste von Regina Wistuba, der Leiterin des Verkehrsunternehmens Gruber in Burgau, und „Flexibusvater“ Josef Brandner, der Geschäftsführer der Firma BBS Krumbach, sowie Irene Gruber-Tusch, Tochter von Horst Tusch und designierte Geschäftsnachfolgerin, bei der Einführung des Flexibusses. Denn ein neues System, so Oberschmid, brauche umfangreiche Information. Mit ihrem unermüdlichen Aufklären in den Gemeindegremien hätten sie maßgeblich dazu beigetragen, den Flexibus auf den Weg zu bringen.
In ökumenischer Gemeinsamkeit stellten der evangelische Pfarrer Dr. Martin Diederich und Diakon Ferdinand Birzele das neue Fahrzeug unter die schützende Hand Gottes. Regina Wistuba erzählte vom großen Interesse der Bürger in allen Kommunen bei der Vorstellung des Fahrzeuges. „Man hatte das Gefühl, dass manche den Start des Flexibusses gar nicht mehr erwarten können.“ Eine 85-jährige Frau habe sich gefreut: „Dass ich das noch erlebe, dass ich eine eigene Bushaltestelle vor meinem Haus erhalte.“
Passend zur Begeisterung bei der Eröffnung war das Abschlusslied der „Magnifikätzchen“ aus Landensberg/Glöttweng unter Leitung von Marlies Müller: „Ein Hoch auf den Flexibus, den man nur rufen muss!“
Buchung Ab sofort kann der Flexibus unter Telefon (08222) 969266 täglich von 7 bis 18 Uhr beim Verkehrsunternehmen Gruber reserviert beziehungsweise angefordert werden.