Burtenbach Quo vadis, Flexibus? Die Präsentation des Flexibussystems und seiner Einbindung von Burtenbach über den Knoten Jettingen-Burtenbach war wesentliches Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Busunternehmer Josef Brandner war nach Burtenbach gekommen, um die Räte über das zum bayerischen Pilotprojekt aufgestiegene Mobilitätskonzept zu informieren und für seine Idee zu werben. Brandner erläuterte, Burtenbach könne gemeinsam mit Jettingen-Scheppach ein Fahrgastpotenzial bieten, das den Einsatz des Flexibusses überhaupt erst ermögliche. Das Konzept betonte der Busunternehmer, will nicht in Konkurrenz zu bestehenden Linien des öffentlichen Personennahverkehrs treten, sondern diese ergänzen. Bestenfalls könne der Flexibus den Zweitwagen in der Familie ersetzen. Aber besonders Personen ohne Führerschein, Senioren, Kinder und Jugendliche könnten intensive Nutzer des Mobilitätsangebotes werden. Die Burtenbacher Räte zeigten sich sehr angetan von der grundsätzlichen Idee, mit der die Erschließung von Kemnat und Oberwaldbach erfolgen könnte, doch das Knotensystem, nachdem der Flexibus jeweils nur innerhalb eines als „Knoten“ definierten Raums genutzt werden kann, rief auch Skeptiker auf den Plan. Insbesondere Klaus Schedel stellte die strikten Knotengrenzen infrage.
Fahrten nach Ursberg oder Thannhausen
Wie auch 3. Bürgermeister Karl Veit sieht er die Gemeinde Burtenbach mit ihren beiden Ortsteilen heterogen strukturiert. Das heißt, ein Teil der Bürger orientiert sich nach Jettingen-Scheppach, ein großer Teil aber auch nach Münsterhausen und Thannhausen. Dort bleiben auch Schüler der Thannhauser Realschule und des Ursberger Gymnasiums nach verlängertem Nachmittagsunterricht hängen. Würde der Burtenbacher Flexibus an Thannhausen andocken, könnte man hier dringend notwendige Mobilität schaffen.
Doch Josef Brandner ließ sich auch nicht von dem Argument aus dem Konzept bringen, Jettingen-Scheppach lege sicher keinen Wert darauf, eine Verbindung mit Burtenbach einzugehen, da der südliche Nachbar für die Jettinger wenig Attraktivität besäße. Er verteidigte seine Planungen mit den notwendigen Größeneinheiten die geschaffen werden müssen, um den Flexibus überhaupt einsetzen zu können.
Da sich der Rat aber mehrheitlich darin einig war, dass der Flexibus eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs darstelle, stimmte er mit der Gegenstimme von Niko Dummerth der Einführung des flächendeckenden Flexibussystems zu. In den Beschluss wurde die Anregung aufgenommen, eine spätere Ausweitung des Angebotes in Richtung Süden nicht aus den Augen zu lassen.
Erster Schritt zum Bau der Umgehung
Im weiteren Verlauf der Sitzung genehmigte der Rat den Bau eines landwirtschaftlichen Betriebes im Außenbereich auf einem wiederverfüllten Kiesweiher östlich von Burtenbach. Mit dem Antrag zur Verlegung der Erdgashochleitung, durch die Erdgas Schwaben, wurde eine wichtige Vorarbeit zum Bau der Umgehungsstraße eingeleitet. Außerdem beschloss die Gemeinde, die Kosten für Feuerwehrführerscheine zu übernehmen. (adl)