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05. Dezember 2010 18:55 Uhr

Der Nikolaus ist unterwegs

Bibertal Es gibt keinen Ort in Bibertal, den der Heilige Nikolaus und sein Gehilfe Knecht Ruprecht bis heute Abend nicht besucht haben werden. Viele Kinder harren mit glänzenden Augen, aber auch mit Ehrfurcht des Vorboten vom Christkind, in der Hoffnung auf Geschenke. Von Bernd-Otto Kuntze

Dass das seit mehr als 20 Jahren noch funktioniert, dafür sorgen die Mannen der Jungen Union wie Julian Hirschberger (20) als Heiliger Nikolaus, Max Mehlhorn (23) als Knecht Ruprecht und Christian Quack (18) als Fahrer. Sie haben sich am Samstagabend auf ihrer ersten Tour zu den Kindern im Bibertal begleiten lassen. 24 weitere stehen ihnen und einem zweiten Team zu diesem Zeitpunkt noch bevor. Sogar bis Leipheim und manchmal bis Elchingen gehen ihre Touren. Allein am gestrigen Sonntag klopften die Nikoläuse an die Türen von 24 Häusern oder Wohnungen. Der vierjährige Yannick und der dreijährige Marc in Echlishausen waren eher von der schüchternen Sorte, als das Glöckchen von Knecht Ruprecht im Flur erklang. Während sich Yannick in die Arme seiner Mutter flüchtete, gab Marc dem Nikolaus aber schon mal die Hand. Für einen Blick in die Augen reichte es noch nicht, nachdem der Mann in dem goldenen Gewand mit der Bischofsmitra den beiden die Leviten gelesen hatte.

Reichlich beschenkt

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Bereits zum dritten Mal kam der Nikolaus zu Sarah, die bald fünf Jahre alt wird, zur sechsjährigen Leonie, zu Marie (10) und Lisa (13). Hier wurde nach dem Verteilen der Geschenke in Anhofen stimmig gesungen: "Lasst uns froh und munter sein". Auch der vierjährige Jan aus Anhofen wurde reichlich beschenkt, unter anderem mit einem roten Skibob, aber er musste dafür versprechen, dass er seine Kuscheltiere nicht mehr überall mit hinnimmt.

Überhaupt bekamen die Kinder aus dem großen roten Buch vom Nikolaus ihre Sünden der vergangenen Monate - gespickt von den Eltern - präsentiert. Aber wie so oft im Leben, ist es meist recht ausgewogen. Denn auch, wer nicht immer aufräumt, ist gut in der Schule, hilft den Geschwistern oder lernt ein Instrument, selbst wenn es mit dem Üben manchmal hapert. Der Heilige Nikolaus hat Verständnis und einen zumeist gut gefüllten Sack dabei.

Tränen fließen nie, auch wenn Knecht Ruprecht ziemlich streng dreinschaut. Damit alles glatt läuft für das himmlische Personal, ist gute Planung nötig, weiß Julian Hirschberger. Am Computer haben er und seine Helfer Termine und Fahrzeiten minutiös aufgezeichnet. "Auch mit genügend Luft, damit wir nicht rasen müssen bei diesen winterlichen Verhältnissen."

Auf dem Zettel stehen die Stärken und die kleinen Fehler

Kommen sie an ihr Ziel, geht es zunächst konspirativ zu. Die Eltern überreichen neben den Geschenken, die in den großen Jutesack von Knecht Ruprecht kommen, auch Zettel mit den kleinen und großen Stärken, aber auch mit Fehlern der zu Beschenkenden.

Zum Abschied gibt es schon mal ein Schnäpschen, von dem der Fahrer natürlich nichts hat, und auch ein kleines Dankeschön, zumeist in Papierform. "Das Geld verwendet die Junge Union dann in den nächsten Monaten, um an anderer Stelle etwas Gutes zu tun", berichtet Julian Hirschberger. "Mein Vorgänger hat das gemacht, bis er 35 war und noch etwas länger." Julian Hirschberger und seine Freunde werden es wohl auch so lange machen. "Aber es wäre optimal, wenn wir in der Gemeinde eine Senioren-Union hätten", sagt er und schmunzelt zum Abschied.

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