Kötz Die Verlegung des angestammten Wochentages für Gemeinderatssitzungen birgt Gefahren. Diese Erfahrung machte Ernst Walter, der Bürgermeister von Kötz. Zum Sitzungsbeginn am Montag um 20 Uhr war man nicht beschlussfähig, zu viele Räte fehlten. Zur Freude aller trudelten dann noch zwei Gemeinderäte ein. Das Projekt einer Einbeziehungssatzung in Ebersbach konnte in Angriff genommen werden.
Mit der Satzung sollen Flurstücke am nordwestlichen Ortsrand, die bisher ackerbaulich genutzt werden, in drei Bauplätze umgewandelt werden. Peter Wolpert vom Ingenieurbüro Kling Consult stellte den Inhalt der Satzung wie Satteldachbebauung, Ortsrandeingrünung mit heimischen Gehölzen und die Zufahrtsregelung über einen Privatweg vor. Einstimmig billigten die Räte die Satzung, die jetzt ausgelegt wird mit der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange.
Tief in die Tasche greifen muss die Gemeinde zur Sanierung der Günzhalle. Allein der Austausch des Lichtbandes, also der Fensterreihe im oberen Hallenbereich, mit Rauchabzug, der Eingangstür, Sportlertür und Fluchttür kostet beim günstigsten Bieter Gergeni Heidenheim, der dann auch den Zuschlag erhielt, etwa 167000 Euro. „Eine Punktlandung“, freute sich Bürgermeister Walter, „denn im Haushalt sind 165000 Euro angesetzt.“
Laut Ingenieur Hans-Jürgen Dörr (Kammeltal) kommt die optional ebenfalls ausgeschriebene Sanierung der Fenster in Gaststätte, Sitzungssaal und Schützenheim auf knapp 100 000 Euro. Man beschloss, diesen Posten in die Haushaltsberatungen aufzunehmen. „Momentan können wir uns das nicht leisten“, fasste Walter zusammen.
Der nächste dicke Brocken kommt in Form der Kanalsanierung in Großkötz auf die Gemeindekasse zu. In der Günzburger Straße zwischen den Einmündungen der Ulmer und der Sonnenstraße muss wegen baulicher Schäden, hydraulischer Überlastung und notwendiger Anpassung an das entstehende Baugebiet der Kanal in offener Bauweise saniert werden. Auf 195000 Euro schätzt Klaus Habersetzer vom Günzburger Ingenieurbüro Degen die Kosten für die 285 Meter Kanal. Dieser wird dann nicht mehr unter dem Gehweg, sondern unter der Fahrbahn verlaufen. Für eine neue Wasserleitung sind 92 000 Euro auf der Ausgabenseite angesetzt. An der dann nötigen Fahrbahnerneuerung der Kreisstraße GZ 4 würde sich, so Habersetzer, das Staatliche Bauamt beteiligen.
Theoretisch wäre noch ein Baubeginn Ende Juli möglich gewesen, doch die Räte entschieden sich für eine Verschiebung ins Frühjahr 2013. Derzeit hohe Preise, das Risiko im Spätherbst bei 16 Wochen Bauzeit nicht mehr asphaltieren zu können, und das erhöhte Verkehrsaufkommen im Oktober zur Biogasanlage waren die Gründe dafür. „Um die Kanalgebühren nicht ins Unermessliche steigen zu lassen“, erinnerte Bürgermeister Walter an den gefassten Beschluss, „verbesserungsbeitragsfähige Ausgaben mit einem Beitrag von den Bürgern zu erheben“. Es würden dann alle Kötzer Bürger nach einem Schlüssel aus Grundstücksgröße und Geschossfläche zahlungspflichtig werden, da die gesamte Entwässerungseinrichtung verbessert wird. Dies erschien den Räten sinnvoll, zumal weitere Großprojekte mit der Kanalisation Waldsiedlung (285000 Euro), Ebersbach (240000 Euro) und Großkötz Ichenhauser Straße (20 000 Euro plus Regenwasserkanalsanierung) anstehen. Kämmerin Katja Müller wies auf die engen zeitlichen Vorgaben von Beitragserhebungen hin. Eventuell müssten Vorauszahlungsbescheide erlassen werden.
Um abschätzen zu können, welche Kosten auf Gemeinde und Bürger zukommen, wird jetzt vom Ingenieurbüro Degen eine Kostenschätzung in Größenordnung einer knappen Million Euro. Anschließend wird die Verwaltung eine Globalkalkulation erstellen.