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Daniel Sengewald trainiert Autenried: Die Rückkehr eines Umstrittenen

Daniel Sengewald trainiert Autenried

Die Rückkehr eines Umstrittenen

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    Daniel Sengewald (links) wird Spielertrainer in Autenried. Der neue Fußball-Abteilungsleiter der Eintracht, Matthias Mihatsch, freut sich auf die Zusammenarbeit.
    Daniel Sengewald (links) wird Spielertrainer in Autenried. Der neue Fußball-Abteilungsleiter der Eintracht, Matthias Mihatsch, freut sich auf die Zusammenarbeit. Foto: Wilfried Läbe

    Lebenslänglich dauert zuweilen nicht ganz so lange. Im konkreten Fall waren es ungefähr viereinhalb Jahre. Der Fußballer Daniel Sengewald war im Dezember 2006 auf Lebenszeit aus dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) ausgeschlossen worden. Im Sommer 2011 begnadigte ihn, wie erst jetzt bekannt wurde, BFV-Präsident Dr. Rainer Koch. Ein weiteres Jahr später wird der inzwischen 36-jährige ehemalige Profi auf den Platz zurückkehren – als Spielertrainer von Eintracht Autenried. Beim Kreisklasse-Verein löst er zur nächsten Saison Dragan Trkulja ab, der nach drei Spielzeiten bei der Eintracht zum württembergischen Bezirksligisten SV Westerstetten geht.

    Sengewald hat im Wortsinn Spuren hinterlassen. Innerhalb weniger Jahre tingelte er kreuz und quer durch Europa und spielte bei gut einem Dutzend Vereine. Er scheiterte allerdings, wie zahlreiche Quellen bestätigen, immer wieder an eigenen Undiszipliniertheiten. Den Tiefpunkt erreichte der damals als Spielertrainer beim TSV Burgau tätige Kicker, als er Schiedsrichter Klaus Hoffmann erst anspuckte und ihn danach mit einem gezielten Kopfstoß erheblich im Gesicht verletzte. Anschließend führte Sengewald in einem Interview mit unserer Zeitung aus, er habe nichts zu bereuen.

    Nun kehrt er also zurück in den bayerischen Amateurfußball. Aus der Perspektive des eben erst wiedergewählten Eintracht-Präsidenten Johann Schuler ist die Verpflichtung des Umstrittenen ein ganz normaler Wechsel auf der Spielertrainer-Position. „Eine zweite Chance hat jeder verdient“, sagt der Vereinsvorsitzende. Natürlich hat er sich über die Vergangenheit seiner Neuerwerbung Gedanken gemacht und Schuler räumt auch ein, dass er im ersten Moment erschrocken ist, als der Name Sengewald fiel. Aber nach einem persönlichen Gespräch mit dem Sportler, dessen großartige fußballerische Qualitäten unbestritten sind, sagt Schuler nun: „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir ihm eine Chance geben. Ich kann es doch einem Menschen nicht ein Leben lang nachtragen, wenn er einmal einen Fehler gemacht hat.“ Eine Sicherheit hat er in die Abmachung mit dem Fußballer trotzdem eingebaut, fügt der Vereinschef hinzu: „Wir haben klipp und klar vereinbart, dass wir sofort getrennte Wege gehen, wenn etwas passiert – und sei’s nur eine Kleinigkeit. Dann ist das Thema erledigt. Aber ich hoffe, dass es nicht so weit kommt.“

    BFV-Vizepräsident Volker Wedel kann und darf den Fall Sengewald in seiner Funktion als Verbandsfunktionär nicht kommentieren. Der in Gundremmingen lebende Chef des Fußball-Bezirks Schwaben sagte gestern lediglich: „Er ist frei und darf spielen.“

    Sengewald hatte nach einigen Jahren Sperre ein Gnadengesuch an den BFV-Präsidenten gerichtet. Koch entsprach diesem Anliegen, nachdem der Fußballer dem geschädigten Unparteiischen ein Schmerzensgeld überwiesen hatte. Interessant im Zusammenhang mit der Begnadigung ist der Begriff der freien Wahl des Arbeitsplatzes. Laienhaft ausgedrückt darf nach dieser Vorgabe niemand auf unbestimmte Zeit beziehungsweise eben lebenslänglich bestraft werden, ohne ihm wenigstens die Chance einer Rückkehr ins Berufsleben zu ermöglichen.

    Natürlich überlagert die Personalie Sengewald in Autenried die bevorstehende Trennung von Trkulja. Schuler dankte dem früheren Bundesligastürmer des SSV Ulm 1846 gestern für sein Engagement. „Wir hatten und haben eine freundschaftliche, partnerschaftliche Zusammenarbeit und ich habe mit ihm ein hervorragendes persönliches Verhältnis. Ich bin glücklich, dass er drei Jahre mit uns zusammengearbeit hat.“ Trkulja selbst sagte: „Wenn’s am schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören. Mir haben die drei Trainerjahre in Autenried viel Spaß gemacht.“

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