Dürrlauingen Windkraft, Wohngebiete, Verkehr und demografische Entwicklung: Das sind, wie sich bei der Bürgerversammlung gezeigt hat, die Themen, die den Bürgern aus Dürrlauingen, Mindelaltheim und Mönstetten vor allem am Herzen liegen. Rund 50 Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich von Bürgermeister Edgar Ilg über das Geschehen in der Kommune informieren zu lassen.
Windenergie Großen Raum nahm das Thema Windenergie ein. „Lang, lang, lang vor Fukushima“, so sagte Ilg, nämlich schon vor zwei Jahren, habe der Gemeinderat einen „Arbeitskreis Energie“ gegründet, der sich mit der Nutzung regenerativer Energien beschäftigt. Die Kommune sei mit der Frage nach der Nutzung von Windkraft frühzeitig auf den Regionalverband Donau-Iller zugegangen. Man besichtigte bestehende Anlagen und gab eine Standortanalyse in Auftrag.
Bürgermeister Ilg betonte, dass die Kommune selber die Fäden ziehen und das Feld nicht fremden Investoren überlassen wolle. Sein Ziel: Gewinne sollen in der Gemeinde bleiben, beispielsweise mit einer Bürgeranlage und örtlichen Investoren.
Keine Anlagen im Süden
Im Süden, das versicherte Ilg, wolle die Gemeinde Windräder schon wegen des Schattenschlags auf keinen Fall. Infrage komme die Hochfläche zwischen Baumgarten, Schnuttenbach, Dürrlauingen und Gundremmingen. Denkbar sei eventuell auch ein interkommunales Gebiet mit dem Markt Aislingen (Landkreis Dillingen).
Genaue Standorte sind mit der Nennung einer Vorrangfläche noch nicht definiert, nach einer Analyse der Gemeinde hält Ilg „drei, maximal vier“ Windkrafträder für denkbar. Auswärtige Investoren hingegen, sagte Dürrlauingens Bürgermeister, würden potenzielle Flächen bis in den letzten Winkel ausreizen, da sei sogar schon von 13 Windrädern die Rede gewesen. Solche Vorhaben wären ihm ein Graus: Für die Bürger dürfe es durch Windräder „keinerlei Beeinträchtigungen“ geben.
Verkehr Weniger den Lärm als die Gefahr vor allem für Fußgänger hatten Bürger im Blick, die über Raser in Dürrlauingens Hauptstraße und in der Dossenberger Straße in Mindelaltheim klagten. Edgar Ilg bestätigte die Beobachtungen eines besorgten Vaters aus Dürrlauingen: „Mit Tempo 100 plus“ habe man schon etliche Autofahrer in der Hauptstraße erwischt. Durch die Geschwindigkeitskontrollen der Kommunalen Verkehrsüberwachung habe sich die Situation nur teilweise gebessert. Die Kommune habe zusätzliche Messstellen eingerichtet und werde „auch mal zu unchristlichen Zeiten“, kontrollieren lassen.
Elf Sterbefälle und nur zehn Geburten
Demografische Entwicklung Mit Sorge betrachten sowohl Bürger als auch Gemeinderat und Verwaltung die demografische Entwicklung. Zehn Geburten und elf Sterbefälle waren im vergangenen Jahr in der Kommune zu verzeichnen, bei der Geburtenzahl sieht es laut Ilg heuer „wesentlich schlechter aus.“ Die Gemeinde bemühe sich um gute Voraussetzungen für Kinder und junge Familien, wozu unter anderem der DSL-Ausbau gehört. Für Bauinteressenten will die Kommune nach Möglichkeit auch individuelle Wünsche möglich machen – aus finanziellen Gründen jedoch vorerst kein neues Baugebiet ausweisen.
Sparkasse Dass der Protest gegen die Schließung der Sparkassenfiliale nichts nutzte, liegt dem Dürrlauinger Bürgermeister schwer im Magen. Dass jetzt auch noch die Postfiliale zum Jahresende dichtmacht, nicht weniger schwer. Das Ersatzangebot einer Stele für Briefmarken und Paketmarken findet Bürgermeister Ilg „lächerlich“. Man werde auch gegen diese Schließung protestieren, kündigte er an, Hoffnungen wollte er den Bürgern aber nicht machen.
Streusalz Im ehemaligen Bullenstall beim Bauhof wurde noch ein Schüttlager für Streusalz eingebaut, um Engpässen im Winter vorzubeugen. Im August habe Dürrlauingen Streusalz gekauft und damit Silo und Schüttlager gefüllt.