Jettingen-Scheppach Ein Gute-Laune-Konzert mit Hits und Schlagern der 70er Jahre präsentierte die Chorgemeinschaft Jettingen unter der Leitung von Andreas Altstetter in der voll besetzten Jettinger Turnhalle. Traditionell gab es auch bei diesem Frühlingskonzert einen „Vorchor“. Als perfekte Stimmungseinheizer erwiesen sich die jüngsten Jettinger und Sänger: Der Kinderchor St. Martin eroberte vom ersten Lied an die Herzen der Zuhörer und wurde mit viel Beifall und Bravo-Rufen für den gelungenen Auftritt belohnt. Der setzte sich aus nicht weniger als sieben Liedern zusammen, die von den Kindern selbst anmoderiert wurden. Auf optische Hilfsmittel verzichteten Melanie Fink und Klaudia Hartmann, die Chorleiterinnen, dafür fast ganz.
So war die Stimmung schon entspannt, als die Chorgemeinschaft übernahm. Andreas Altstetter hatte einen bunten Mix aus Schlagern zum Mitträllern, aus rockig, fetzigen Hits und melancholischen Songs zusammengestellt. Dabei setzte er bei nicht weniger als fünf Liedern auf Solostimmen. Nach dem getragenen Einstieg „I have a dream“ setzte der Chorleiter gleich den ersten Knaller: Für die Gassenhauer „Schön ist es, auf der Welt zu sein“ griff er selbst zum Mikro und sang mit seiner kleinen Tochter Lisa die Soloparts so mitreißend gut gelaunt, dass sich in den tosenden Beifall schon zu Beginn des Konzertes Zugaberufe mischten. Im bunten Wechsel zwischen Melancholie und Pepp trug die Chorgemeinschaft die Zuhörer weiter durch das Konzert.
Walter Burkhart glänzte mit seiner Bassstimme beim Song „Butterfly“, Sopranistin Katrin Hafner bat inniglich „Wart auf mich“ (Tornero) und Wilhelm Schmid erklärte im Tenor „Living next door to Alice“, eines der nur vom Männerchor vorgetragenen Stücke. Auch die Frauen der Chorgemeinschaft hatten ein eigenes Repertoire, unter anderem mit dem Bob Dylan-Song: „Die Antwort weiß ganz allein der Wind“, mit dem die Sängerinnen zwischen all den witzigen und lieblichen Schlagertexten einen nachdenklichen Aspekt einbrachten.
Doch die Heiterkeit und Unbeschwertheit gewann auch nach diesem Lied wieder die Oberhand. „Fahrende Musikanten“ und „Rivers of Babylon“ lieben die Zuhörer für die temperamentvollen Rhythmen und einhämmernden Melodien, da darf man mitstampfen, mitwippen, mitklatschen. Doch der absolute Schlagerhammer, mit dem die Chorgemeinschaft die Turnhalle rockte, war Udo Jürgens „Aber bitte mit Sahne“, das Stück, das dem Konzert seinen Namen lieh.
Für die perfekte Begleitung sorgte die Band mit Mark Poppe am Klavier, Peter Saumweber am Schlagzeug und Gitarrist Thomas Scholl, der zwischen den Sängern und den Bandmitgliedern wechselte. Sie gab dem Konzert die authentische Schlager-Atmosphäre: Livemusik und Livegesang, Soloparts und Backgroundsänger. Die Jettinger Chorgemeinschaft hat gezeigt, dass auch ein nicht ganz junges Ensemble Musik produzieren kann, die jüngere Menschen anspricht. (adl)