Autowerkstätten und Spenglereien haben gut zu tun. Gärtner zum Teil besorgt Von Katja Röderer

Landkreis Der eisige Wind hatte die Günzburger Innenstadt gestern zeitweise so gut wie leer gefegt. Trotz Sonnenscheins machten sich nur wenige zu einem Schaufensterbummel auf. Bei Temperaturen um die minus 15 Grad hatten offenbar auch die hartnäckigsten Frischluftliebhaber im Landkreis anderes im Kopf. Die Mitarbeiter der Spenglerei Röger in Günzburg würden das bestimmt bestätigen.
Seit Samstag sei „die Hölle los, weil es durchgehend so kalt war“, erzählt eine Mitarbeiterin. Zwei Männer waren das ganze Wochenende damit beschäftigt, Heizungen zu reparieren. Vor allem die Bewohner schlecht isolierter Häuser hätten jetzt kaputte Heizungen zu beklagen. Noch muss aber keiner lange frieren, verspricht die Röger-Mitarbeiterin. Es werde eine defekte Heizung nach der anderen abgearbeitet und bislang ist es möglich, noch am Tag der Auftragsannahme die Heizung des Kunden zu reparieren.
Nicht alle Schäden, die der frostige Februar hinterlässt, werden jedoch auch wieder zu reparieren sein. Beim Blick in den heimischen Vorgarten wird es vielen Hobbygärtnern mulmig. So ganz kann auch der Fachmann ihnen die Sorge um das eigene Grün nicht nehmen. Hermann Haage von der Leipheimer Baumschule sagt, dass immergrüne Laubgehölze wie Kirschlorbeer oder Rhododendron besonders gefährdet seien. Wenn es geht, sollten diese Pflanzen jetzt vor Sonne geschützt werden – „einfach ein Sonnensegel oder eine Strohmatte davor hängen“, empfiehlt der Experte. Der Temperaturunterschied bekommt den Laubgehölzen nicht. „Sobald es milder wird, müssen sie gegossen werden“, erklärt Hermann Haage. Bei der Baumschule in Leipheim herrscht in diesen Tagen Arbeitsruhe. Bei Minus zehn Grad könne man einfach keinen Baum beschneiden, sagt Hermann Haage. „Das tut den Pflanzen nicht gut und den Menschen auch nicht.“ Hermann Haage hofft, dass dank des eisigen Winters im Sommer weniger Schädlinge unterwegs sind.
Wie viele Autobatterien Christian Frey und sein Team von der Günzburger Autowerkstatt Frey bis dahin noch wechseln müssen, wird sich zeigen. „Seit Mitte letzter Woche waren es fünf“, erzählt Christian Frey. An solch kalten Tagen haben die Kfz-Mechatroniker alle Hände voll zu tun. „Wir merken die Kälte hier auf jeden Fall.“ Wenn es nicht die Batterie ist, die streikt, sei es bei diesen Temperaturen oft auch der Dieselkraftstoff, der eine Autofahrt verhindert. Der ist dann zu dickflüssig, um durch die Filter zu laufen. Dagegen hilft ein Dieselzusatz, erklärt Christian Frey.
Warme Stiefel sind ein Muss
Leicht haben es auch die Gardemädels in diesen kalten Tagen nicht. Der Vorsitzende des Bayerisch-Schwäbischen Fastnachtsverbandes, Eugen Müller, gibt zu, dass die alemannischen Hästräger im Vergleich zu ihnen einfach in dicke Kleider schlüpfen könnten. Warme Stiefel oder Ohrenschützer seien bei diesem Wetter für die Gardemädchen ein Muss, sagt der Offinger. „Dafür sollten die Zuschauer Verständnis haben.“ Eugen Müller warnt vor dem Griff zum Alkohol: „Der macht auch nicht warm.“ Müller erinnert sich noch an Veranstaltungen, die bei Minus 25 Grad stattfanden. „Da war die Fröhlichkeit dann auch gefroren.“ Aber so kalt ist es nicht. Es könnte also reichen, mit guter Stimmung einzuheizen.
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