Mit dem neuen Ausweis bekommt der Mensch jetzt also eine eID - eine elektronische Identität sozusagen. Da wird dann die eigene Identität in elektronische Form gebracht. Digital vielleicht, in 0er und 1er umgerechnet, schmuck- und schonungslos. Das bedeutet dann wohl das Ende einer zweiten Identität im Internet. Vorbei die Zeiten, in denen wir als 1,80-Blondinen mit Konfektionsgröße 34 durchs Second Life gewandelt oder BMW-Cabrio-fahrenderweise als Manager im Maßanzug zur virtuellen Poolparty gefahren sind. Im fröhlichen Internetchat kann sich künftig keiner mehr zehn Jahre jünger - oder, je nach Bedarf, zwei Jahre älter machen. Ausweiskontrolle heißt es bald nicht mehr nur vor der Disco, sondern auch im sozialen Netzwerk, bei der Onlinepartnerbörse und im Chatroom. Noch nicht einmal mit einem hübschen Bild von sich darf man die eigene eID ausstatten. Ein biometrisches Bild muss es sein - das sind die, auf denen man auf keinen Fall lachen darf und die irgendwie immer an Verbrecherfotos erinnern. Sicherheit? Wer will schon Sicherheit, wenn sich dann mit Sicherheit keiner mehr für einen interessiert! Triste Zeiten, die da auf uns warten in der bislang so bunten virtuellen Welt der grenzenlosen Möglichkeiten. Doch halt? Was steht da? Freiwillige Onlinenutzung?! Her mit dem Cabrio - die Ü20-Poolparty wartet!