Leipheim Einstimmig haben die Mitglieder des Leipheimer Stadtrates jetzt den Haushaltsplan für das Jahr 2012 angenommen.
Fraktionsübergreifend herrschte Einigkeit darüber, dass die geplanten Investitionen nicht aufgeschoben werden könnten, auch wenn das möglicherweise dazu führt, dass der Schuldenberg weiter wächst.
So erklärte der Fraktionsvorsitzende der SPD, Dieter Ammicht: „Diese Maßnahmen, da sind wir uns einig, wollen wir jetzt machen.“ Die Innenstadt müsse auf die veränderte Situation einer Südumfahrung vorbereitet werden. „Auch wenn es wehtut, das Geld jetzt auszugeben“, sagte Dieter Ammicht, das Zeitfenster lasse der Stadt keine andere Wahl. „Es sind ja keine Luxusgüter“, beteuerte der SPD-Fraktionsvorsitzende mit Blick auf die großen Investitionen, und die Finanzkraft der Stadt biete keinen Anlass zur Sorge. Dieter Ammicht kritisierte aber, dass die öffentliche Jugendarbeit in Leipheim außerhalb der Vereine finanziell zu kurz komme.
Brigitte Mendle von der Initiative Alber/Grüne begrüßte den Mut, in diesen Zeiten „ein Zeichen zu setzten und in die Zukunft zu investieren“. Dass auch Geld für Sanierungsarbeiten am Zehntstadel übrig war, freute sie ganz besonders. Der Leipheimer Kulturtempel sorge bis nach Ulm für Neid, versicherte sie.
Der FWB-Fraktionsvorsitzende Erich Broy ging noch einen Schritt weiter: „Ich bin stolz auf den Zehntstadel“, sagte er. Erich Broy fand es besonders schwer, in gewitterartigen Zeiten die Erfordernisse gegeneinander abzuwiegen.
Der UWG-Fraktionschef Horst Galgenmüller erklärte: „Wir müssen uns auch mal überlegen, wie wir von dem Schuldenberg runterkommen.“
Zu dem ein- oder anderen Projekt müsse man eben auch mal „Nein“ sagen. Außerdem forderte Horst Galgenmüller, die Rekordausgaben für Personal im Blick zu behalten. Möglicherweise können Abläufe in der Verwaltung optimiert werden. „Es geht hier nicht um Personalabbau.“
Dr. Volkhard Schreiner, CSU-Fraktionsvorsitzender, wies darauf hin, warum gerade die Investition für den Bau der Südumfahrung bedeutend sei: „Das ist schon eine sehr wichtige Entscheidung in diesem Jahrhundert.“
Die Kaufleute, die sich darum sorgen, dass dann niemand mehr in die Stadt zum Einkaufen käme, würden dies ganz umsonst tun.
Kämmerer Egon Remmele erklärte, die Stadtverwaltung hoffe, dass die Innenstadt mit dem Bau der Südumfahrung belebt werde. Die Lebensqualität im Zentrum solle dadurch gesteigert werden. „Das Geld wird zwar außerhalb verbaut, kommt aber der Innenstadtentwicklung zugute.“ (kabe)