Mit einer knappen Mehrheit stellte Burgauer Stadtrat die finanziellen Mittel für die Sanierung des Freibads bereit. Von Angela Effenberger

So heftig wird selten diskutiert im Burgauer Stadtrat. Und selten fallen solch knappe Entscheidungen. Bei einer Sondersitzung am Dienstagabend widmeten sich die Stadträte nur einem Thema: der Sanierung des Freibades. Mit zwölf zu neun Stimmen setzten sich am Ende die Befürworter durch. Das bedeutet: Noch in diesem Jahr, nach der Badesaision, wird die Sanierung des Freibads in Angriff genommen.
Die Räte beschäftigte die Frage, ob die Sanierung überhaupt finanzierbar ist. Die Kosten belaufen sich circa 4,6 Millionen Euro – aufgeteilt auf zwei Jahre. Endlich anpacken, forderten die einen; noch ein Jahr abwarten, meinten die anderen.
Die finanzielle Lage der Stadt ist angespannt, rechnete Bürgermeister Konrad Barm vor. Die Stadt nahm 2011 circa 700000 Euro weniger Gewerbesteuer als erwartet ein. Bis 2014, so die Befürchtung, könnte die Verschuldung der Stadt auf etwa 16 Millionen Euro steigen.
Zu viel, wie die Freien Wähler meinen. Gertrud Baumeister: „Wir müssen uns vor Augen halten, dass wir durch die Verschuldung immer handlungsunfähiger werden.“ Das Freibad sei funktionstüchtig und die Besucher seien zufrieden. Sie schlug vor, die Sanierung um ein Jahr zu verschieben, „dann sehen wir klarer“. So sah es auch die CWG-Fraktion. „Wir rasen in eine Totalverschuldung“, befürchtete Wilhelm Frielinghaus.
Von den anderen Fraktionen ernteten sie dafür Kopfschütteln. Seit 2006, sagte Martin Brenner (CSU) werde die Sanierung immer wieder verschoben. Alles andere sei bislang wichtiger gewesen. Auch die Stadträte von FDP/Freie Bürger setzten sich für die Sanierung noch in diesem Jahr ein. Herbert Blaschke betonte, dass schon so viel Geld für die Planung ausgegeben worden sei. Er schlug deshalb vor, den Haushalt zu straffen und das Projekt Freibadsanierung noch in diesem Jahr anzugehen.
Am Ende setzten sich die Befürworter durch, im Herbst wird die Sanierung beginnen.
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