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Protest: Gegenwind für Windkraft

Protest

Gegenwind für Windkraft

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    „Im Vergleich zu Jettingen oder Gundremmingen fühlen wir uns wie Bürger zweiter Klasse.“Bernd Bayer
    „Im Vergleich zu Jettingen oder Gundremmingen fühlen wir uns wie Bürger zweiter Klasse.“Bernd Bayer

    Dürrlauingen In Dürrlauingen formiert sich Widerstand gegen mögliche Flächen für Windkraftanlagen. Eine Bürgerinitiative (BI) hat sich gegründet, die unter dem Motto „Windkraft nur mit Rücksicht und Vernunft“ den Bau von Anlagen zwar nicht verhindern möchte, sich aber für einen Mindestabstand von 1500 Metern zu Wohnhäusern einsetzt. Bislang fühlen sich die Mitglieder von der Gemeinde im Stich gelassen.

    „Wir setzen uns dafür ein, dass der finanzielle Vorteil einiger, weniger Bürger nicht zulasten der Mehrheit der Bevölkerung der Gemeinde Dürrlauingen geht“, erklären die Mitglieder der BI ihre Ziele in einer Pressemitteilung. Die Bürgerinitiative möchte nach eigenen Angaben die Gemeinde dazu bewegen, dass sie sich gegenüber dem Regionalverband Donau-Iller „mit Nachdruck und fachkundiger Unterstützung“ für einen Mindestabstand von 1500 Metern zur Wohnbebauung einsetzt, „damit die Lebensqualität in der Gemeinde erhalten bleibt“. Die Mitglieder der Bürgerinitiative fühlen sich von Bürgermeister Edgar Ilg unzureichend informiert und kritisieren, dass er sich nicht den Fragen der Bevölkerung stelle. Bernd Bayer von der BI wirft der Gemeinde eine „schlechte Informationspolitik und eine Hinhaltetaktik“ vor.

    Bayer berichtet, dass ein Fragenkatalog, den 25 Bürger unterzeichnet und im Dezember an Bürgermeister Ilg übergeben haben, nicht beantwortet worden sei. Auch bei der Informationsveranstaltung im Januar sei die Versammlung beendet worden, bevor alle Fragen beantwortetet werden konnten. „Im Vergleich zu Jettingen oder Gundremmingen fühlen wir uns wie Bürger zweiter Klasse“, findet Bayer deutliche Worte. Denn in diesen Kommunen sei von den Bürgermeistern mit Nachdruck ein Mindestabstand von 1500 Metern gefordert worden. „Die Gemeinde Dürrlauingen will mit aller Gewalt Windräder, aber ein nicht zu verachtender Teil der Bevölkerung nicht“, ärgert sich Bayer.

    Das informelle Anhörungsverfahren des Regionalverbandes läuft nur noch wenige Wochen. Der wichtigste Schritt ist es laut Bayer nun, dass diese Frist verlängert werde. „Wir wollen ordentlich mit der Gemeinde diskutieren und wir wollen, dass die Gemeinde vernünftig mit uns spricht.“

    Bürgermeister Ilg sagte auf Nachfrage: „Wir wollen die Bürger ja mit ins Boot holen.“ In einem Arbeitskreis, der sich mit dem Thema Windkraft beschäftigt, können nach seinen Angaben auch vier Bürger ihre Anregungen mit einbringen – zwei aus Mönstetten und jeweils einer aus den Ortsteilen Mindelalt-heim und Dürrlauingen. Außerdem habe es bereits eine Informationsveranstaltung gegeben, bei der mehr als 300 Bürger teilgenommen haben.

    Bei den bisherigen Flächen, die sich für Windräder eignen würden, werde der Mindestabstand von 800 Metern eingehalten. „Ich würde den Abstand auf 1300 oder sogar 1500 Meter Abstand vergrößern“, sagt Ilg. Er bekräftigt aber auch: Die Bürgerinitiative müsse sich mit ihren Einwendungen an den Regionalverband Donau-Iller wenden. Die Gemeinde habe keine Entscheidungsbefugnis und könne die Anregungen nur weitergeben.

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