Alle reden übers Geld – wir auch. Turbulenzen auf den Aktienmärkten und überschuldete Staaten lassen bei immer mehr Menschen die Frage aufkeimen: Ist mein Geld noch sicher? Wir haben uns umgehört: Angenommen es stehen 50000 Euro zur Verfügung – wie ist das Geld in diesen turbulenten Zeiten sinnvoll angelegt?
Sparkasse Am Anfang steht ein Beratungsgespräch. Denn, so sagt Sparkassenvorstand Uwe Leikert, es sei gar nicht so einfach zu sagen, wie die 50000 Euro am besten angelegt sind. Welche Immobilien gibt es bereits? Wie sieht es in Sachen Altersvorsorge aus? All diese Fragen spielen eine wichtige Rolle. Uwe Leikert: „Eine Streuung ist am besten.“ Sein Rat: Ein Drittel des Geldes kurzfristig anlegen, zum Beispiel auf ein Sparbuch, ein Drittel auf etwa eineinhalb bis zwei Jahre mittelfristig und den Rest langfristig. Hier empfiehlt der Sparkassenvorstand Immobilienfonds oder Aktien. „Es gibt gerade große Turbulenzen auf dem Aktienmarkt, aber die Kurse werden wieder steigen“, ist er sich sicher. Allgemein seien Immobilienfonds und Aktien gute Anlagen, weil diese auch bei Inflation ihren Wert behalten. Sich auf Gold festzulegen, mache weniger Sinn. Grund: Es gibt nach Angaben von Leikert keine Zinsen auf Gold und der Kurs ist starken Schwankungen ausgesetzt.
Raiffeisenbank Auch Albert Leopold von der Raiffeisenbank in Burgau ist nicht überzeugt davon, dass ganze Geld zu Gold zu machen. „Der Goldpreis ist schon enorm gestiegen, er kann auch mal wieder zurückgehen“, sagt der Berater. Man müsse ein Prophet sein, um zu wissen, wie lange dieser Goldrausch noch anhält. Albert Leopold ist sicher: Wer sein Geld langfristig anlegen will und ohnehin an ein Eigenheim denkt, ist mit dem Kauf einer Immobilie gut beraten. „Bevor Sie lange Miete zahlen“, sagt er und „Das ist gerade so billig wie noch nie“. Sicherheit bei der Anlage stehe in diesem Fall im Vordergrund. Hinzu kommen die drei Argumente Lage, Lage und Lage sowie eine gute Bausubstanz. Dann würde Albert Leopold zum Immobilienkauf raten. Wer 50000 Euro nur kurzfristig anlegen wolle, dem empfiehlt er ein Tagesgeldkonto. Der Zinssatz richtet sich nach dem Aktienmarkt. Steigt er um drei Prozent, bekommt der Anleger 1,8 Prozent Zinsen.
Haussanierung „Bevor ich mir Gold kaufen würde, würde ich lieber Dämmstoff kaufen“, der Günzburger Architekt Martin Endhardt hat eine klare Meinung, wie er die fiktiven 50000 Euro anlegen würde. Sein Haus energetisch auf Vordermann zu bringen, ist seiner Ansicht nach die beste Lösung. Ein Gebäude mit 100 Quadratmetern kann für diesen Betrag mit neuen Fenstern ausgestattet werden und Wände und das Dach können gedämmt werden. Und damit spart man bares Geld, rechnet der Architekt vor. Verbraucht eine „alte Bruchbude“ mit 100 Quadratmetern pro Jahr etwa 3000 Liter Heizöl, so schrumpft diese Summe nach der Sanierung auf etwa 500 Liter. Das wäre eine Ersparnis von 2500 Liter Öl oder etwa 1125 Euro – pro Jahr. Zusätzlich gebe es vom Staat einen Zuschuss für die energetische Sanierung. Einmalig, so schätzt Endhardt, könnte es mehrere 1000 Euro geben. „Es gibt im Moment kaum lukrativere Möglichkeiten, um sein Geld anzulegen“, ist sich der Architekt sicher.
Kunstmarkt Oder vielleicht doch Kunst? Schließlich blättert manch ein gut Betuchter Millionen für ein Gemälde hin. Walfriede Waimer beobachtet das Geschehen auf den Kunstmarkt. „Wer Kunst behandelt wie Aktien, darf sich nicht wundern, wenn sie im Preis fällt“, sagt sie. Hoch spekulativ seien die Preise zum Teil. Was heute noch hochgelobt und dementsprechend teuer gehandelt wird, kann morgen schon nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen und damit im Preis fallen. Deshalb hat die ehemalige Galeristin, die als Artconsultant tätig ist, einen anderen Tipp: „Ich würde mir gute Gegenwartskunst kaufen, die vor allem mir gefällt.“
Daran könne man sich auf jeden Fall erfreuen. Dass die vielfach erfahrene Wertsteigerung von Kunstwerken in Zukunft voranschreitet, kann Walfriede Waimer sich nicht vorstellen. „Das wird in den nächsten zehn Jahren nicht so weitergehen“, vermutet sie. Kunst als Wertanlage sieht Expertin Walfriede Waimer deshalb insgesamt eher kritisch.