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Komasaufen: Hilfe gleich nach dem Vollrausch

Komasaufen

Hilfe gleich nach dem Vollrausch

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    Hilfe gleich nach dem Vollrausch
    Hilfe gleich nach dem Vollrausch

    Günzburg Immer öfter endet für Jugendliche eine Party in der Notaufnahme. Diagnose: Alkoholvergiftung. Noch im Krankenhaus wollen künftig Martin Krumm und Franziska Baumeister, Mitarbeiter des Projektes „HaLT in Bayern“, mit den 13- bis 17-Jährigen und ihren Eltern Kontakt aufnehmen. Dies geschieht im Rahmen des Bundesmodellprojekts „Hart am Limit“, das damit auch in Günzburg einen festen Standort hat.

    Zwei Tage lang Risiko-Check

    Wolfgang Mohr, Diplom Psychologe und Leiter der Suchtfachambulanz der Caritas in Günzburg, stellte mit den beiden HaLT-Mitarbeitern das Suchtpräventionsprojekt vor. Ein Baustein ist die individuelle Betreuung von Jugendlichen nach einer stationär behandelten Alkoholvergiftung. Nach Möglichkeit noch im Krankenhaus wird ein erstes Gespräch geführt. „In diesem Brückengespräch erzählt der Jugendliche, wie es zu dem übermäßigen Alkoholkonsum kam, an was er sich noch erinnert“, schildert Krumm das Vorgehen. Daneben gibt es ein Elterngespräch, falls nötig werden weitergehende Hilfen eingeleitet. Schließlich nehmen die jungen Leute an einem Risiko-Check teil. „Dort wird in einer Gruppe an zwei Tagen umfassend über Alkohol und riskantes Konsumverhalten informiert“, so Krumm. Dass der Kick auch ohne Alkohol möglich ist, erleben die Jugendlichen im Hochseilgarten oder beim Kanufahren.

    „Man kann zusammen etwas anderes machen als saufen“, bringt Wolfgang Mohr die Zielsetzung auf den Punkt. „Jugendliche wollen Alkoholkonsum ausprobieren, doch sie sind sich des Risikos nicht bewusst. Vor allem wenn sie zur Schnaps- oder Wodkaflasche greifen, ist ein lebensbedrohlicher Zustand schnell erreicht. Eine halbe Flasche bringt 14-Jährige in Gefahr“, verdeutlicht Mohr. Für Günzburg rechne er mit zwei bis drei Minderjährigen, die pro Monat wegen Alkoholvergiftung behandelt werden müssen. „Wir haben mit der Kreisklinik eine Rufbereitschaft organisiert. Voraussetzung ist eine Schweigepflicht-Entbindung der Ärzte durch die Eltern. Ziel ist, auf jeden Fall vor der Entlassung mit dem ersten Gespräch den Kontakt aufzubauen“, sagt Suchtberaterin Franziska Baumeister.

    Neben diesem sogenannten reaktiven Baustein will das HaLT-Projekt auf kommunaler Ebene in der Prävention aktiv werden. Ein Netzwerk mit Festveranstaltern, Vereinen, Polizei, dem Gaststättengewerbe, Einzelhandel, den Lehrern, Schulsozialarbeitern und der kommunalen Jugendarbeit soll Alkoholexzesse und schädlichen Alkoholkonsum verhindern. Mohr würde sich freuen, wenn sich Vereine, die beobachten, dass Jugendliche nach einer Party mehr oder weniger reglos daliegen, die Clique für einen Risiko-Check bei HaLT melden. Finanziert wird das Projekt aus staatlichen Geldern, die individuelle Hilfe bezahlt die Krankenkasse.

    Ansprechpartner für HaLT in Günzburg ist die Suchtfachambulanz, Telefon (08221) 32673, oder Martin Krumm, Telefon 0151/42668810, Caritas, Zankerstraße 1a, Günzburg.

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