Es hätte eine schöne Urlaubsreise auf die Halbinsel Istrien (Kroatien) werden sollen, doch die Busfahrt endete auf der A8 schrecklich. Von Wilhelm Schmid

Es hätte eine schöne Urlaubsreise auf die Halbinsel Istrien (Kroatien) werden sollen, doch schon nach wenigen Stunden endete sie schrecklich: Ein 78-jähriger Mann und seine 77-jährige Ehefrau aus Offenburg kamen ums Leben, sechzehn wurden schwer verletzt, eine 53-jährige Frau lebensgefährlich. 32 Reisende kamen mit leichteren Verletzungen davon, als ihr Reisebus am frühen Sonntagmorgen gegen 6.15 Uhr verunglückte.
Unglücksbus bleibt auf der Seite kliegen
Der Doppelstockbus war auf der Autobahn A 8 bei Ulm in Richtung München auf trockener Fahrbahn unterwegs, als der Busfahrer laut Polizeiangaben vermutlich durch den Hustenanfall eines Fahrgastes abgelenkt wurde. So kam der Bus etwa 1000 Meter nach der Anschlussstelle Ulm-Ost nach rechts von der Fahrbahn ab, stürzte die mehr als zwei Meter hohe Böschung hinunter, rutschte noch gut fünfzig Meter weiter und blieb schließlich auf der Seite liegen.
Mehreren Notrufen folgte Großalarm für die Hilfsorganisationen: Die Feuerwehren aus Ulm und Thalfingen kamen als erste in den Einsatz und bargen die Businsassen.
Der Rettungsdienst rückte ebenfalls mit einem Großaufgebot an. Neun Rettungshubschrauber wurden auf der Wiese nahe der Unfallstelle bereit gestellt; sie übernahmen den Abtransport der am schlimmsten Verletzten in Kliniken nach Ulm, Augsburg, Kempten, Ravensburg, München und Regensburg. Weitere Verletzte kamen mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser von Weißenhorn bis Dillingen.
Die leichter Verletzten wurden mit einem Bus der Feuerwehr Ulm in die nahe gelegene Rastanlage Seligweiler gebracht, wo sie von Sanitäts-Betreuungsgruppen des Roten Kreuzes und einem Kriseninterventionsteam betreut wurden. Sie konnten großenteils im Laufe des Tages in ihre Heimatorte zurück gebracht werden.
Die Reisegruppe bestand aus meist älteren Leuten, die aus verschiedenen Orten aus Baden-Württemberg für die Urlaubsreise zusammen geholt worden waren. Der Bus gehörte einem Unternehmen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis und war erst drei Jahre alt. Zur Klärung der näheren Umstände, die zu dem Unfall führten, wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft ein Sachverständiger hinzu gezogen; ein weiterer Fachmann für Busunfallforschung kam ebenfalls an die Unfallstelle.
Nach etwa drei Stunden konnte der Doppelstockbus mithilfe zweier Kranfahrzeuge wieder auf die Räder gestellt werden. Danach wurde durch die Feuerwehr auslaufender Kraftstoff aufgenommen und verunreinigtes Erdreich ausgegraben.
Nachdem sich die Unfallstelle in unmittelbarer Nähe der Landesgrenze befand, waren Hilfskräfte aus Bayern und aus Baden-Württemberg gemeinsam im Einsatz. Deren Zusammenarbeit, so versicherten Sprecher von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst übereinstimmend, sei absolut reibungslos verlaufen.
Erst sieben Stunden danach war die A8 wieder frei befahrbar
Gegen 13.15 Uhr, also sieben Stunden nach dem Unfall, konnte die Fahrbahn in Richtung München wieder frei gegeben werden. In den ersten zwei Stunden war auch die Gegenfahrbahn der Autobahn A8 für die An- und Abfahrt der vielen Rettungskräfte gesperrt gewesen. Wilhelm Schmid
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