Analyse sieht das Miteinander unterschiedlicher sozialer und ethnischer Gruppen als Kernthema für die Entwicklung der Stadt


Ichenhausen scheint insgesamt attraktiv zu sein für Familien. In 37 Prozent der Haushalte leben Kinder, damit liegt die Stadt über dem bayerischen Durchschnitt von 32 Prozent. In punkto Wohnen und Wohnumfeld gibt es vor allem in der Kernstadt Nachholbedarf. Und, nicht zuletzt: Die soziale und ethnische Segregation, also das fehlende Miteinander von Menschen unterschiedlicher sozialer Schichten und unterschiedlicher Nationalitäten, sind ein wichtiges Thema in der Stadt. Diese drei Aspekte sind zentrale Punkte aus der Sozialraumanalyse, die das Münchner Büro Schäuble als Basis für das Projekt Soziale Stadt Ichenhausen erarbeitet und jetzt im Stadtrat vorgestellt hat.
Ziel ist die Aufwertung und Revitalisierung der Stadtmitte unter baulichen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten. „Auch eine baulich hochanspruchsvoll sanierte Innenstadt bleibt in der Wahrnehmung ‘tot‘, wenn sich dort nichts bewegt, wenn der öffentliche Raum nicht Atmosphäre bekommt durch die Menschen, die sich dort aufhalten und ihn mit ihren Tätigkeiten füllen“, heißt es dazu in der Sozialraumanalyse.
Ingegerd Schäuble und ihr Kollege Stephan Marek haben in der Analyse festgestellt: „Es gibt eine gewisse Problemlage mit einer sozialen und ethnischen Segregation.“ Abgeschafft werden kann diese Trennung zwischen Arm und Reich, zwischen gebildeten und weniger gebildeten Menschen oder zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten auch nicht durch das Projekt Soziale Stadt. Aber, das machte Ingegerd Schäuble deutlich: „Es geht um die Milderung der Segregation“ und um die Stärkung der Gemeinsamkeiten. Und mehrfach klang auch an, dass da nur etwas in Bewegung kommen kann, wenn möglichst viele Menschen ihre unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten einbringen.
Die Bevölkerung identifiziere sich bisher nicht so mit ihrer Stadt wie es wünschenswert wäre, die Teilhabe am kulturellen und sozialen Leben soll für viele Bevölkerungsgruppen intensiviert werden. Von einer Ermutigung zur Kommunikation zwischen den Gruppen erwartet die Soziologin ein besseres soziales Miteinander und dadurch langfristig auch die Korrektur des teilweise negativen Images der Kernstadt von Ichenhausen.
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