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Konzert: Ihre Musik ist unwiderstehlicher Zauber

Konzert

Ihre Musik ist unwiderstehlicher Zauber

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    Einen zauberhaften Abend bereitete die sizilianische Sängerin Etta Scollo den begeisterten Besuchern im Leipheimer Zehntstadel.
    Einen zauberhaften Abend bereitete die sizilianische Sängerin Etta Scollo den begeisterten Besuchern im Leipheimer Zehntstadel. Foto: Greta Kaiser

    Leipheim Der Zauber, der von Etta Scollos Musik ausgeht, ist unwiderstehlich. So zierlich die sizilianische Sängerin ist, so gewaltig und zugleich anrührend ist ihre Stimme. Etta Scollo und ihr kongeniales Begleit-Trio bieten Gefühle pur – entsprechend verzaubert war das Publikum am Donnerstagabend im Leipheimer Zehntstadel. Zu Recht wurde das Stimmwunder aus Catania von den Besuchern des Zehntstadels ins diesjährige „Best of“-Programm gewählt.

    „Cuoresenza“ heißen das neue Programm und die aktuelle CD von Etta Scollo. „Herz ohne“. Nicht zu verwechseln mit „Ohne Herz“. Im Gegenteil. Etta Scollo singt von der Liebe in all ihren Facetten. Von Freud und Leid, von Sehnsucht, Glück und Schmerz, von Hochzeit und Trennung, von Harmonie und Eifersucht, von treulosen Gigolos und liebenden Eltern.

    Mal melancholisch, mal fröhlich

    Mal tut sie das melancholisch, mal fröhlich. Aber immer einfühlsam. Auch witzig und ironisch. Etwa in einem schmachtenden Liebeslied, das mit den hübschen Worten „Verpiss Dich“ endet. Oder in Hugo Wieners kabarettistischem Lied „Der Novak“, das in der Interpretation der unlängst verstorbenen Cissy Kraner zu Berühmtheit gelangte. Etta Scollo und ihre drei Begleiter machen aus „Der Novak“ eine Mischung aus Pop und Jazz, die einmal mehr beweist, zu welch musikalischer Bandbreite die auch mit komödiantischem und erzählerischem Talent gesegnete Sängerin fähig ist.

    Diese Vielfalt zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm. Italienische Chansons von den 30er- bis zu den 70er-Jahren bestimmen den wesentlichen Teil des Repertoires. Lieder von Fabrizio de Andre befinden sich ebenso darunter wie Songs von Mina, Paolo Conte, Ennio Morricone oder Domenico Modugno. Auch eigene Kompositionen steuert die charismatische Etta Scollo bei. Einer der vielen Höhepunkte des Konzertes sind die zum Teil aus dem Mittelalter stammenden Volkslieder aus Sizilien, der Heimat der Sängerin.

    Mehr als Unterhaltung

    Wahre Volksmusik ist mehr als Unterhaltung. Sie ist erhalten gebliebene Geschichte. Manche der Volkslieder aus Sizilien, einer der großen kulturellen Schmelztiegel der Antike und des ersten nachchristlichen Jahrhunderts, haben arabische Anklänge. Andere erinnern an irische Weisen oder Latino – eine Symbiose, die immer wieder aufs Neue verblüfft.

    Chansons und Balladen, Volkslieder und Schlager bilden bei Etta Scollo eine emotionale Einheit, eine durchgängig erzählte Geschichte. Brillant begleitet wird die Sängerin von ihrem ständigen Trio – Hinrich Dageför an verschiedenen Gitarren sowie den herausragenden Musikerinnen Susanne Paul (Cello) und Cathrin Pfeifer (Akkordeon), die schon vor vielen Jahren mit einem Solo-Konzert im Zehntstadel begeistert hatte.

    Je länger der Abend dauerte, desto mehr schmolz das Publikum in Leipheim dahin. Niemand konnte sich dem Charme von Etta Scollo entziehen. Immer wieder gab es Bravo-Rufe und begeisterten Zwischenapplaus. Zwei Zugaben hatte Etta Scollo am Ende des Konzertes versprochen, schließlich musste (oder durfte) die Sängerin ein drittes Mal auf die Bühne.

    In den Hitparaden ist Etta Scollo nicht vertreten. Dazu ist ihre Musik vermutlich zu vielschichtig und – bei allem Unterhaltungswert – zu wenig eingängig.

    Eines aber ist Etta Scollo allemal: unvergesslich gut.

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