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Motivation: Joey Kelly: Ein irrer Typ

Motivation

Joey Kelly: Ein irrer Typ

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    „Es hat mich nie interessiert, was andere Menschen von mir denken.“Kelly über Ruhm und Spötter
    „Es hat mich nie interessiert, was andere Menschen von mir denken.“Kelly über Ruhm und Spötter

    Bei Joey Kelly hört sich das alles so einfach an: Ziel setzen, rausgehen, machen. Den eigenen Schweinehund einfach ignorieren. Marathon laufen, durch die Wüste rennen, in eisiger Kälte zum Südpol wandern. Geht alles, sagt Joey Kelly, wenn man die richtige Einstellung hat. Man muss es nur wollen, dann gibt es keine Grenzen – „No Limits“. Unter diesem Titel stand nicht nur sein Vortrag, den er auf Einladung der Volkshochschule und der AL-KO Group in der Günzhalle Kötz hielt, das ganze Leben des ehemaligen „Kelly Family“-Musikers und Managers scheint ohne Grenzen auszukommen. Seine Ziele sind sein Weg.

    Und der begann auf der Straße: Die Kelly Family, in die Joey 1972 geboren wurde, trat zum ersten Mal in Italien auf. Nicht ganz freiwillig, wie der Musiker erzählt. „Man hatte uns ausgeraubt. Also bekam mein Vater die Idee, für Essen und eine Übernachtungsmöglichkeit zu sammeln, indem wir auf der Straße singen.“ Wer die Kellys für harm- und arglose Hippies gehalten hat, der irrt freilich: Denn das Ziel, irgendwann vor Zehntausenden Menschen in großen Arenen zu spielen, das hatte die Familie mit den zwölf Kindern Joey Kelly zufolge früh. 1993 kam dann der Durchbruch mit der CD „Over the hump“. „Damals hat man die Kellys entweder geliebt oder gehasst“, sagt Kelly, der heute einen durchaus selbstironischen Blick auf seine Sangeskarriere richtet. In der „Bravo“ stand er im Beliebtheitsranking der Familie ganz hinten. Joey Kelly war das egal. „Es hat mich nie interessiert, was andere Menschen von mir denken.“ Vielmehr interessierte ihn, was er selbst in der Lage ist zu leisten. Und nach einer Wette mit seiner Schwester um die Teilnahme an einem Triathlon wurde aus dem Musiker und Geschäftsführer des Familienunternehmens Kelly Family der Sportsfreund Joey Kelly, der nachts nach dem Konzert sein Training absolviert und der direkt vom Ironman im Hubschrauber auf die Konzertbühne fliegt. Ein irrer Typ.

    Er hat sie praktisch alle gemacht: Ironman (und zwar alle acht eines Jahres – Weltrekord), Ultraman, Race across America. Dazu alle noch so absurden Wettbewerbe von TV-Entertainer Stefan Raab. „Das Ziel ist immer zu gewinnen. Und wenn nicht, dann wenigstens besser sein als Stefan.“ Und wenn es gerade keinen passenden Wettbewerb gibt, macht er sich selbst einen. So wie seine Wanderung auf Rüdiger Nehbergs Spuren einmal quer durch Deutschland, mit Selbstversorgung zwischen Fallobst, Schneckensuppe und überfahrenem Hasen als kulinarischer Höhepunkt. Oder aberwitzigen Zirkus-Stunts, mit denen er Geld für karitative Projekte sammelt.

    Anderthalb Stunden reihen sich in Joey Kellys Vortrag Bilder, Berichte und Clips von spektakulären Aktionen. Von Momenten des Triumphs, aber auch von Momenten, als es eigentlich nicht mehr weiter geht. „Der innere Schweinehund stand vor mir, größer als diese Halle“, sagt er über seinen ersten Wüstenmarathon, als er krank und dehydriert vor dem Aufgeben stand. Und jetzt? „Ich habe einfach meine Einstellung geändert. Und bin weiter gelaufen.“

    Weiter, immer weiter, das Ziel vor Augen, nicht dabei sein, sondern gewinnen ist alles: Die Botschaft von Joey Kelly hört sich so einfach an. Seine Zuhörer in der ausverkauften Günzhalle hat der 39-Jährige begeistert. Viele Besucher suchten im Anschluss das Gespräch mit dem Extremsportler. Der ein oder andere soll übrigens am Morgen danach tatsächlich in Joggingschuhen losgelaufen sein. Ziel setzen, rausgehen, machen. Ganz einfach.

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