Jedes Jahr das gleiche Bild: Die Kommunen beraten über ihren Haushalt und müssen den Rotstift zücken. Denn viele Städte, Marktgemeinden und Gemeinden haben in den vergangenen Jahren Schulden aufgenommen und müssen nun neben den anderen Aufgaben, die in einer Kommune so anstehen, Darlehen zurück bezahlen. Da heißt es: sparen. Doch es geht auch anders: Sechs Kommunen im Landkreis sind schuldenfrei. Das sind ihre Erfolgsrezepte:
Offingen: Die Marktgemeinde Offingen ist nicht nur schuldenfrei, sie spart kräftig weiter. Einige Millionen Euro hat die Marktgemeinde in den vergangenen Jahren bereits auf die hohe Kante gelegt, denn im kommenden Jahr steht in der schuldenfreien Kommune ein wichtiges Projekt an: der Bau der Südumfahrung. Etwa 4,5 Millionen Euro, schätzt Kämmerer Rainer Groß, wird die Kommune dafür bezahlen müssen.
Die Rücklagen, so glaubt er, werden dafür nicht ganz ausreichen, der Markt werde wohl neue Schulden aufnehmen müssen. Doch der Kämmerer nimmt es gelassen. Bei dem derzeitigen Niedrigzinssatz sollte dies nach Ansicht von Groß keine allzu großen Probleme bereiten. Seit etwa fünf Jahren ist Offingen schuldenfrei. Der damalige Bürgermeister Alois Brunhuber habe „es verstanden, wirtschaftlich zu handeln“, sagt Groß.
Landensberg: Schon seit Jahren heißt es bei der Verabschiedung des Haushalts in Landensberg: Die Gemeinde ist schuldenfrei. Trotz größerer Investitionen wie die Sanierung der Kläranlage oder die Erschließung eines neuen Baugebiets haben die Gemeindevertreter es geschafft, keine Darlehen aufzunehmen. Das Erfolgsrezept: Die Rücklagen waren bislang stets prall gefüllt. So konnten die Projekte aus eigener Tasche finanziert werden.
Waldstetten: Schon seit einigen Jahren ist der Markt Waldstetten schuldenfrei. „Sparen“ ist das Erfolgsrezept von Bürgermeister Emil Konrad. In nächster Zeit steht in der Gemeinde mit dem Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses zwar ein großes Projekt an, doch finanziell kann der Markt das schultern, ohne Schulden aufnehmen zu müssen, ist sich Konrad sicher. Schuldenfreiheit gebe einer Kommune Sicherheit.
Münsterhausen: Ein dickes Polster, das in Zukunft wohl weitgehend aufgebraucht wird: Vier Millionen Euro hat die schuldenfreie Marktgemeinde auf der hohen Kante. In den vergangenen Jahren wurde sehr sparsam gewirtschaftet, Schulden für Investitionen wurden sukzessive abgetragen. In den kommenden Jahren wird die Umfahrung gebaut, die schätzungsweise mit Gesamtkosten von elf Millionen Euro zu Buche schlägt. Dreiviertel davon wird bezuschusst, was für Münsterhausen einen Eigenanteil von rund dreieinhalb Millionen Euro bedeutet.