Röfingen Die Gemeinde Röfingen tilgt ihre Schulden, erwirtschaftet im Verwaltungshaushalt trotz Senkung der Gewerbe- und Grundsteuer einen Überschuss von 182000 Euro und erhofft sich, nach dem Bau der Umgehungsstraße, ein 13 Hektar großes Gewerbegebiet verwirklichen zu können. Rund 50 Bürger zeigten sich am Dienstagabend in der Bürgerversammlung mit der Bilanz und der Zukunftsperspektive, vorgestellt von Bürgermeister Michael Mayer, zufrieden und verwiesen lediglich auf gefährliche Stellen im gemeindlichen Straßennetz.
Der relativ hohe Schuldenstand von circa 85000 Euro werde im laufenden Jahr um 80000 Euro verringert, erläuterte Mayer. Röfingen bekomme dann eine Prokopfverschuldung von 670 Euro und liege damit schon einiges unter dem Landkreisschnitt von 761 Euro pro Einwohner.
Dies erreiche die Gemeinde trotz Grund- und Gewerbesteuersenkung und trotz großer Investitionen in diesem Jahr. Dazu gehören der Kauf eines Feuerwehrfahrzeuges (35000 Euro), die Sanierung der Friedhofsmauer (75000 Euro) oder die Anschubfinanzierung für die Umgehung von Röfingen (circa 200000 Euro).
Bürgermeister Mayer appellierte an alle Eigentümer von Grundstücken an der geplanten Umgehung, den notwendigen Grund zur Verfügung zu stellen. Er habe zusammen mit dem heimischen Abgeordneten Alfred Sauter alles, was möglich und machbar war, zugunsten der Gemeinde und der betroffenen Grundstücksbesitzer ausgehandelt, um die Umgehungsstraße möglichst zeitnah realisieren zu können. Der „einzige Knackpunkt“ sei, beschwor Mayer, dass das vom Staat zugesagte Geld nur abgerufen werden könne, wenn die Grundstücksfragen noch 2011 erledigt werden. Der Bürgermeister wies auch auf die Chance hin, nach Bau der Umgehungsstraße ein 13 Hektar großes Gewerbegebiet zu schaffen.
Beim Thema Baugebiete meinte Mayer, dass für die Weiterplanung eines neuen Wohngebietes in Röfingen derzeit keine weiteren Grundstücksverhandlungen geführt werden, da keine Nachfrage da sei. Das Baugebiet „Roßhaupten Süd“ werde jedoch weiter wachsen. Zufrieden zeigte sich Mayer über die Situation im Kindergartenbereich. Im gemeindlichen Kindergarten in Roßhaupten wurde Platz für eine Kinderkrippe geschaffen, in der Kinder ab zwei Jahren aufgenommen werden. Zusätzlich wurde das Kindergartenteam personell verstärkt.
Neuer Anlauf für Mittagsbetreuung
Die Mittagsbetreuung an der Röfinger Grundschule konnte nicht verwirklicht werden, bedauerte Mayer, da von anfangs zwölf interessierten Eltern am Schluss nur noch vier übrig blieben. Bei dieser geringen Zahl gebe es keinen staatlichen Zuschuss mehr. Im kommenden Jahr soll ein neuer Anlauf ins Auge gefasst werden.
Nach den Ausführungen des Bürgermeisters war die Meinung der Bürger gefragt. Es wurde auf die gefährliche Verkehrssituation an der Einmündung der Oberen Straße in die Staatsstraße hingewiesen. Wegen der Hecke werde der Radfahrer, der auf dem Radweg von Haldenwang herkommt, zu spät wahrgenommen und es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Radfahrer auf der Haube eines Autos mitgenommen werde. Mayer erklärte, dass das Landratsamt entgegen dem Wunsch der Gemeinde diese straßennahe Bepflanzung zugelassen habe. Er werde mit der Unteren Verkehrsbehörde abklären, ob eventuell ein Spiegel eine Verbesserung bringe. So einen Verkehrsspiegel forderte ein weiterer Redner auch für die Kreuzung Marienstraße/Sonnenstraße. Überhaupt, beklagte er, werde dort viel zu schnell gefahren.
Weiterhin wurde der Wunsch vorgetragen, die im Zuge des DSL-Ausbaues aufgerissen Straßen noch vor Einbruch des Winters zu verschießen. Dies sei auch im Hinblick auf den Winterdienst sinnvoll, stimmte Bürgermeister Mayer zu. Er konnte aber eine Realisierung nicht verbindlich zusagen. Wenigsten sollten dann, wurde gefordert, die tieferen Schlaglöcher ausgebessert werden. Eine letzte Frage galt der Einbringung einer Gasleitung im Zuge der Glasfaserkabelverlegung. Dies konnte leider nicht verwirklicht werden, so Mayer, da bei einer Befragung der Bürger kein Bedarf angemeldet worden wäre.