Ichenhausen Das Publikationsverbot für den Ichenhauser Stadtpfarrer Georg Alois Oblinger ruft nun auch das Schulwerk der Diözese auf den Plan. Für das Bistum ist die Sache dagegen erledigt.
Man werde mit Oblinger sprechen und sich in der Schule umhören, sagt der Direktor des Schulwerks, Ulrich Haaf. Sollten Verfehlungen des katholischen Pfarrers im Unterricht bekannt werden, müsse man handeln: „Wenn sich mehr ergeben sollte, kann das ein Thema für die Schule werden“, stellt Haaf klar und fügt hinzu: „Der Religionsunterricht ist kein Feld für Politisierungen.“
Dem Schulwerk sei viel daran gelegen, dass ein Pfarrer einen guten Religionsunterricht gebe und sich an den Lehrplan halte.
Negative Äußerungen Oblingers im Unterricht seien ihm nicht bekannt, so Haaf. Er gehe davon aus, dass er seine Arbeit gut erledigt. „Schulisch betrachtet gibt es keine Veranlassung, den Pfarrer zu kritisieren“, sagt Haaf. Er schließt nicht aus, dass in der Schule jetzt Diskussionen entstehen und das Thema Junge Freiheit – losgelöst von der Person Oblinger – im Unterricht behandelt werde.
Der Direktor des St.-Thomas-Gymnasiums in Wettenhausen, Albert Reile, will sich zum Publikationsverbot des Bischofs nicht äußern: „Ich muss mir erst eine Meinung bilden.“ Dazu wolle er Gespräche mit Oblinger selbst und dem Schulwerk führen.
Die Vorsitzende des Elternbeirats, Martina Rückel-Schmidt, hat sich seit Bekanntwerden des Publikationsverbots mit Schülern und Eltern unterhalten. „Bisher sind mir keine Beschwerden über Beeinflussungen von Schülern zu Ohren gekommen“, sagt Rückel-Schmidt. Pfarrer Oblinger unterrichtet am St.-Thomas-Gymnasium Wettenhausen vier Stunden pro Woche katholische Religionslehre. Die Elternbeiratsvorsitzende will das Thema bei einem nächsten Treffen der Elternvertreter zur Sprache bringen und wenn nötig Gespräche mit dem Schulleiter führen.
Für das Bistum sei die Sache erledigt, sagt dessen Sprecher Markus Kremser. „Pfarrer Oblinger hat signalisiert, dass er der Bitte des Bischofs folgt. Das freut den Bischof.“ Eine Entschuldigung des Pfarrers hält er nicht für notwendig. „Er hat nichts Verbotenes getan“, sagt Kremser. Schließlich sei die Junge Freiheit nicht verboten.
Der Günzburger Dekan Werner Brauchle sieht Oblingers Tätigkeit bei der Wochenzeitung als „Privatangelegenheit“ und wollte sich gestern nicht zu der Thematik äußern. "Kommentar