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Leipheim: Seit 170 Jahren Spaß am Singen

Leipheim

Seit 170 Jahren Spaß am Singen

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    Die CHORflöhe und die CHORbolde der Leipheimer Chorgemeinschaft begeisterten das Publikum.
    Die CHORflöhe und die CHORbolde der Leipheimer Chorgemeinschaft begeisterten das Publikum. Foto: Emil Neuhäusler

    Von Emil Neuhäusler

    Leipheim Der Festakt zum 170. Geburtstag der Chorgemeinschaft Leipheim am Samstagabend in der Jahnhalle in Leipheim war eine tolle Werbung für den Chorgesang in seiner Vielfalt und Schönheit. CHORflöhe, CHORbolde, CHORleriker und Gemischter Chor gaben in Lieddarbietungen Einblick in ihre Gesangsliteratur und demonstrierten vor allem zwei Dinge: Singen macht Spaß und verbindet kraftvoll Generationen und Geschlechter. Leipheims Bürgermeister Christian Konrad stellte in seinem Grußwort die Bedeutung der Chorgemeinschaft für die Güssenstadt heraus.

    Ganz wesentlich, rühmte Bürgermeister Konrad, stärke der Chor mit vielseitigen Aktivitäten das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Kommune, sei es beim Gartenfest, beim Maibaumaufstellen, bei der Abendserenade am Vorabend des Kinderfestes oder eigenen Konzertveranstaltungen. Durch die Pflege des deutschen Liedgutes leiste er darüber hinaus einen großen Beitrag zum Erhalt der schwäbisch bayerischen Kultur, würdigte Konrad auch im Namen des anwesenden Landrats Hubert Hafner die Bemühungen des Vereins. Eine gute Vereinsarbeit liege vor allem am Vorstand. Dirigent Herbert Schneider und seiner Tochter Petra Grimm sei es gelungen, auch junge Menschen für das Singen zu begeistern und damit die Weichen für die Zukunft zu stellen.

    Dass das Lob des Bürgermeisters nicht nur eine höfliche Pflichtübung darstellte, bewiesen die vier Gesangsformationen anschließend eindrucksvoll in einem lebensfrohen, unterhaltsamen und qualitativ hochwertigen Jubiläumskonzert. Frisch und unbeschwert traten unter der Leitung von Petra Grimm die Jüngsten, die CHORflöhe an. Der gemeinsame Spaß war ihnen bei „Das Kalenderhaus“ und „Singt ein Vogel“ anzumerken.

    Bei „Der Frühling ist da“ und „Die Blumen tanzen Rock´n Roll“ wurden sie von den CHORbolden unterstützt. Einen eigenen Auftritt hatten diese dann mit „Music in the air“ und „Wir sind die Band in der Klasse“. Ein Solorapper forderte mehr Taschengeld, die übrigen Sänger bildeten mit gelungenen und diffizilen Einsätzen die Hintergrundmusik. Mit Verstärkung durch die CHORleriker wurde der ins Ohr gehende „Ba-Ba-Banküberfall“ zu einem Hit bei den Zuhörern. Dieser Song war gleichzeitig die Überleitung zu der etwas andersartigen Musik der CHORleriker, ebenfalls unter Leitung von Petra Grimm.

    Man kann hier von Chor-Comedy sprechen. Denn die Chorleistung erschöpft sich nicht im braven Liedvortrag. Manches klang polyfon improvisiert, faszinierende Klänge entstanden unter Zungentrillern, „Dut bap“, Fingerschnipsen und Kniebeugen.

    Das erklang alles so leicht und faszinierend rund, obwohl von den knapp 20 jungen Sängern bei den schnell wechselnden Einsätzen höchste Konzentration gefordert war.

    Die Zuhörer zeigen sich begeistert von den überraschenden Interpretationen von „Rosestock, Holderblüh“, „Mädel, ruck“, „Sing a cappella“ oder „Ding-A-Dong“, meist Arrangements vom Berliner Komponisten Carsten Gerlitz.

    Die traditionelle Chormusik vertrat der Gemischte Chor unter der Stabführung von Dirigent Schneider, wobei auch hier moderne Sätze ausgewählt wurden wie „Im schönsten Wiesengrunde“ von Rainer Butz. Behutsam und homogen führte Schneider durch feines und feierliches Piano „Frühlingsgedanken“, „Plaisir d´amour“ oder „The Rose“ und achtete dabei stets auf hervorragende Artikulation.

    In „Die Gedanken sind frei“ von John Hoybye glänzte der Chor bei Taktvariationen und Tonartwechseln. Erna Unseld moderierte über Stücke und Komponisten. Von den dargebotenen Liedtiteln her wurde das Jubiläums- zum Frühlingskonzert, gewürzt mit Sangesfreude, Humor und, wie Bürgermeister Konrad angemerkt hatte, geprägt durch Qualität dank anspruchsvoller Stimmprobung.

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