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Selbst die Seele wird erfreut

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Selbst die Seele wird erfreut

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    Mit vierzehn Nothelfern im Rücken lässt sich's beruhigend konzertieren. Unser Foto zeigt (von links) Wilfried Sendler, Stefan Reichenbacher, Barbara Schubert, Leisa Baumann, Christine Rockenbach und Angelika Engstler bei ihrem Konzert im Rahmen des Musikalischen Frühlings. Foto: Kircher
    Mit vierzehn Nothelfern im Rücken lässt sich's beruhigend konzertieren. Unser Foto zeigt (von links) Wilfried Sendler, Stefan Reichenbacher, Barbara Schubert, Leisa Baumann, Christine Rockenbach und Angelika Engstler bei ihrem Konzert im Rahmen des Musikalischen Frühlings. Foto: Kircher Foto: Kircher

    Drei Violinsonaten und sieben der "Neun deutschen Arien" von Georg Friedrich Händel hatte Wilfried Sendler handschriftlich aufs Programm gesetzt. Ziemliches Neuland wohl für die meisten der Zuhörer (es hätten mehr sein dürfen!), beliebt bei Sopranistinnen und Kammerorchestern, dennoch recht selten aufgeführt.

    Geschrieben hat Händel die Arien im Jahr 1725, ohne besonderen Auftrag, so en passant neben "Giulio Cesare" und "Tamerlano". Den Text fand er bei einem Zeitgenossen, dem Hamburger Ratsherrn Barthold Heinrich Brockes (1680 - 1747) - "Kirchenvater der Naturlyrik" spöttelte Arno Schmidt über ihn - der in seinem Garten sitzend, mit der Seele hörend, alles was um ihn herum grünte und blühte in den rührendsten Tönen bedichtete: "Des beblümten Frühlings Pracht" umflort von "Süßer Stille, sanfter Quelle ruhiger Gelassenheit" etwa, denn "Mit dem unbesorgten Leben, das der Schöpfer uns gegeben" erhebt sich "zufriedenes Gemüte und lobsingt des Schöpfers Güte". Alles jauchzet, alles lacht. Fazit: "Selbst die Seele wird erfreut!"

    Doch nicht der "frömmelnde Pietismus" sei es gewesen, sondern die "seelischen Stimmungen", die Händel bewegten den Text der "Deutschen Arien" als eine "überzeugende Synthese seines italienischen Opernstils mit der Innerlichkeit der Kantatenpoesie" zu gestalten. Und der Ulmer Sopranistin Christine Rockenbach gelang es, mit sinnlichem Timbre, mal hochgestimmt, mal mit griffiger Süße, das "zitternde Glänzen", der "süßen Blumen Ambraflocken" ausdrucksreich zu modellieren und "des Schöpfers Güte", mit emotionaler Schlichtheit und ohne himmelwärts zu frömmeln, lobzusingen. Berührend das melismenjubilierende Sinnieren in Duetten mit der leichtfüßig parlierenden Flöte, köstlich romantisierende Dialoge zum Thema Herzeleid und -freud.

    Das Instrumentalistenensemble verstand sich weniger als bloßer Liedbegleiter, war vielmehr verlässlicher Mitempfinder und unterstützender Seelengefährte. An wechselnder solistischer Position: Barbara Schubert (Violine), Wilfried Sender (Violine) und Stefan Reichenbacher (Flöte), Basso continuo: Angelika Engstler (Violoncello) und Leisa Baumann (Cembalo). Drei von Händels melodischem Charakter geprägte Violinsonaten bildeten den Kontrapunkt zum vokalen Teil, wobei vor allem die von emphatischem Pathos erfüllte abschließende Triosonate, mit konzertanter Beteiligung des Cellos, beeindruckten.

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