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Sendepause bei Kabel Deutschland

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Sendepause bei Kabel Deutschland

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    „Da war ich dann auf 100.“Reinhold Götzl, Anwohner im Mozartring
    „Da war ich dann auf 100.“Reinhold Götzl, Anwohner im Mozartring

    Günzburg Das Schmuddelwetter am Wochenende lud ein zum gemütlichen Fernsehen – den meisten Bewohnern des Mozartrings in Günzburg blieb das allerdings verwehrt. Von Freitag früh bis Montagmorgen war auf den Bildschirmen nur graues Flimmern zu sehen. Vergeblich versuchten die verhinderten Fernsehzuschauer, eine verlässliche Auskunft über Ursache und weiteres Vorgehen in Erfahrung zu bringen. Der Ärger über den Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland war deshalb groß im Mozartring.

    Gegen 11 Uhr hat Ernst Bienek, Anwohner und Vermieter im Mozartring, das Problem bemerkt, und rief die Servicehotline von Kabel Deutschland an. Das Problem werde der Technikabteilung gemeldet, wurde ihm mitgeteilt. Am Nachmittag rief er noch einmal an, musste dem Mitarbeiter noch einmal erklären, was los ist und bekam schließlich eine Auskunft: Bis 20 Uhr müsste das Signal wieder da sein. Geschehen ist nichts.

    Auch Anwohner Reinhold Götzl wurde am Telefon vertröstet. Der Schaden werde repariert und morgen könne er sicherlich wieder fernsehen, sei ihm am Freitag gesagt worden. Als er am Sonntag immer noch keinen Empfang hatte, rief er erneut an. „Ich habe gedroht, meinen Beitrag nicht zu zahlen“, berichtet er. Daraufhin sei sein Gesprächspartner sogar richtig unverschämt geworden. „Da war ich dann auf 100“, sagt Götzl.

    Ein Wochenende ohne Fernsehen sei nicht schlimm, das sei sogar mal ganz gut, findet Götzl. Aber sich mit solchen Antworten abspeisen lassen zu müssen und nicht zu erfahren, was eigentlich los ist, das sei nicht in Ordnung. Auch Ernst Bienek geht es ums Prinzip: „Wir zahlen viel Geld.“ Da dürften drei Tage ohne Fernsehen und Auskunft einfach nicht vorkommen. Er habe sich sehr geärgert über die Geschichte und denke nun über eine Kündigung nach.

    Auch die Günzburger Zeitung hat Schwierigkeiten, von Kabel Deutschland eine Auskunft über die Störung zu bekommen. Der erste Gesprächspartner am Ende der Hotline kann nicht weiterhelfen. Der Zweite legt auf. Der Dritte gibt die Nummer des Störservices heraus. Dieser ist aber auch nicht zuständig und verweist an die Techniker. Die sind wiederum nicht zu erreichen. „Das ist eine kostenlose Hotline, da müssen Sie Geduld haben“, heißt es wieder vonseiten des Störservices.

    Schließlich gibt es doch noch eine Erklärung für den Fernsehausfall: Eine Kupplung sei defekt gewesen, informiert Gisela Bauer, Sprecherin von Kabel Deutschland. Um 11.44 Uhr sei am Freitag eine „größere Störung“ aus Günzburg eingegangen. Eine „größere Störung“ liege vor, wenn mehrere Anrufe aus einem Bereich eingingen, informiert Bauer weiter. Bei einzelnen Beschwerden könne es schließlich mehrere Ursachen geben und das Problem liege meist beim Kunden. Bauer wollte sich allerdings nicht festlegen, wie viele Anrufe eine „größere Störung“ ergeben.

    Es sei ein Techniker vor Ort gewesen, um die genaue Ursache zu ermitteln. Weil zum Austausch der defekten Kupplung gebaggert werden musste, sei eine Genehmigung der Kommune notwendig gewesen, wofür es Freitagnachmittag zu spät gewesen sei, erklärt Bauer die zeitliche Verzögerung bis Montag. Das bestätigte auch Helmut Kast, Bauleiter der Firma Bayr & Huber aus Roßhaupten, die den Schaden letztendlich behob: „Die Stadt musste die Bauarbeiten genehmigen.“ Im Regelfall dauere das sogar eine Woche, doch Günzburg sei in solchen Dingen kulant, deshalb sei es zügig gegangen. Kast sagte auch, dass Frost den Schaden verursacht habe, im Winter komme so etwas öfter vor. Etwa zwei Stunden habe der Austausch am Montag dann gedauert. „Wir haben den Schaden, so schnell es ging, behoben“, sagt Gisela Bauer. Doch weshalb wurde das den Kunden nicht so mitgeteilt? „Es wäre schwierig, jeden einzelnen Kunden noch mal anzurufen. Das ist im Massengeschäft nicht machbar“, lautet die Antwort.

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