Dürrlauingen Seit zwei Jahren pflegt der Feuerwehr-Musikverein Dürrlauingen mit dem Musikverein Ellerbach-Fultenberg eine Spielgemeinschaft. Die knapp 20 Kilometer räumliche Entfernung ist für die 35 Musikerinnen und Musiker kein Hindernis, sich im wöchentlichen Wechsel zum Proben und zur Pflege der Kameradschaft zu treffen. Beim Jahreskonzert in der Schulturnhalle Dürrlauingen am Samstagabend kam vor allem die traditionelle Blasmusik mit Märschen und Polkas beim Publikum hervorragend an. Vier Zugaben verlangte das Publikum in der voll besetzten Halle.
Der Vorsitzende des Dürrlauinger Vereins Wolfgang Marz versprach in seiner Begrüßung ein unterhaltsames Programm, hatte Dirigent Helmut Straub doch ein Themenkonzert mit den Schwerpunkten „Film und Schlager“ und traditionelle Blasmusik vorbereitet. Die Moderation lag wieder in den bewährten Händen von Petra Mayershofer, mit Details zu den Werken und Komponisten verstand sie es, den Zuhörer in die musikalischen Werke einzubinden. Einleitend dirigierte Straub unter dem Thema „Festliche Blasmusik“ mit „Highland Cathedras“ ein sehr ruhiges Stück mit Dudelsackcharakter, das zu einem kraftvollen Finale anschwoll. Auch das sich anschließende „Alleluja“ von W. A. Mozart lebte von Passagen dezent wechselnder Lautstärke, dazwischen ein vom Schlagwerk begleitetes Basssolo.
In die Welt von Film- und Schlager entführte die Dürrlauingerin Sonja Rau Musiker und Publikum. Sie fungiert in der Kapelle als stellvertretende Dirigentin und verstand es bei „Beach Boys Golden Hits“ und „I will follow him“ aus dem Film „Sister Act“ die richtigen Akzente zu setzen. Schön arbeitete sie in „Moment for Morricone“ die Italowestern Grundstimmung mit kurz angesetzten Klarinetten und ge-dämpften Trompeten heraus.
Polkas aus Tirol und Böhmen
Beim Thema „Blasmusik aus Tirol“ übernahm Helmut Straub sowohl den Dirigentenstab wie auch die Moderation und auch seine Körpersprache verriet, dass jetzt die Musik kommt, die er liebt, Polkas aus Tirol, anschließend auch aus Böhmen. Die Dreisatzsuite „Bauernhochzeit“ mit Szenen wie Kirchenzug, Trauung, Kirchenauszug, Tanz und Essen in der Wirtschaft und dem Kehraus nach Mitternacht malte er zuerst mit Worten aus, bevor es in den musikalischen Vollzug ging: temperamentvoll und leichtfüßig die Klänge auf dem Weg zur Kirche, choralartig in der Kirche mit feierlichen Glocken und intensiv ungestüm beim Kehraus.
Besonders begeistert zeigte sich das Publikum bei den beiden Märschen „Dem Land Tirol die Treue“ und dem „Bozener Bergsteigermarsch“. Die Zuhörer genossen das Mitsingen und auch bei den Zuga-ben mussten diese beiden Stücke, mal zackig temperamentvoll, mal gefühlvoll weich in der Stimmung ausgeprägt, wiederholt werden. Unter der Rubrik „Polka alt und neu“ mit „Urlaubsschein“, „Schöne Serenade“, Steeephans Polka“, „Neue große Märsche“ (mit einem schönen Querflötensolo), „Die Sonne geht auf“ und „Abel Tasman“, einer musikalischen Reise nach Tasmanien, ließ die Begeisterung des Publikums nicht nach, sodass die Kapelle am Ende gerne vier Zugaben, darunter der Marsch „Burgenländer Grüße“ und „Guten Abend, gute Nacht“ mit Solotrompete, anhängte.